Helfer eilen aus Gebäude und überwältigen Schützen
1:18
Video zeigt Minuten nach Tat:Helfer eilen aus Gebäude und überwältigen Schützen

Schüsse auf Nationalgardisten
Was wir über den Angriff in Washington wissen – und was nicht

Schüsse auf zwei Soldaten der Nationalgarde in Washington D.C. erschüttern die USA. Ein Tatverdächtiger wird festgenommen. Die beiden Nationalgardisten kämpfen um ihr Leben. Was wir über den Angriff wissen – und was nicht.
Kommentieren
1/11
Bei einem Angriff in Washington D.C. wurden am Mittwoch zwei Soldaten der US-Nationalgarde schwer verletzt.
Foto: IMAGO/Xinhua

Darum gehts

  • Zwei Nationalgardisten in Washington D.C. bei Angriff verletzt
  • Tatverdächtiger afghanischer Staatsbürger lebte mit Familie in Bellingham
  • Rund 90'000 Afghanen erhielten ein «Special Immigrant Visa»
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Das ist über den Angriff bekannt

Opfer

Bei den beiden Opfern handelt es sich um Soldaten der Nationalgarde von West Virginia. Nach Behördenangaben befinden sie sich in kritischem Zustand. Beide sind demnach in Lebensgefahr. 

Der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, hatte zunächst auf X geschrieben, beide Nationalgardisten seien ihren schweren Verletzungen erlegen, ruderte aber später zurück. Er habe selbst «widersprüchliche Berichte» über ihren Zustand erhalten.

Nun ist klar: Es handelt sich um einen Mann und eine Frau. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Ihre Namen: Sarah Beckstrom (20) und Andre Wolfe (24). Die US-Generalstaatsanwältin des District of Columbia, Jeanine Pirro (74), nannte sie am Donnerstag in einer Pressekonferenz. 

Beide Opfer wurden operiert, wie US-Justizministerin Pam Bondi (60) am Donnerstag gegenüber Fox News bestätigte. Über Beckstrom sagte Bondi: «Sie hat sich freiwillig gemeldet, um an (dem Feiertag) Thanksgiving zu arbeiten – heute, wie viele andere Angehörige der Nationalgarde, damit andere bei ihren Familien zu Hause sein konnten.» 

Nun seien Beckstroms und Wolfes Familien mit ihnen im Spital, während sie um ihr Leben kämpfen würden, so Bondi weiter. 

Tatverdächtiger

Nach der Tat wird ein 29-jähriger Tatverdächtiger festgenommen. Es handelt sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um Rahmanullah Lakanwal‌, einen afghanischen Staatsbürger. 

Ein Verwandter gab gegenüber US-Medien an, Lakanwal‌ habe zehn Jahre der afghanischen Armee an der Seite von US-Spezialkräften gedient. Im September 2021 sei er schliesslich in die USA gekommen.

NBC News berichtet unter Berufung auf eine Quelle, dass ihm in diesem Jahr Asyl gewährt worden sei. Die «New York Post» berichtet unterdessen unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Lakanwal halte sich illegal in den USA auf. Sein Visum, ein «Special Immigrant Visa», sei abgelaufen. 

Lakanwal‌ lebt Berichten zufolge mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in Bellingham, einer Stadt im Nordwesten des US-Bundesstaates Washington.

Erstaunlich: Lakanwal soll laut US-Medienberichten in Afghanistan in einer Eliteeinheit gedient haben, die eng mit der CIA zusammenarbeitete. Das behauptet die Nichtregierungsorganisation Afghan Evac, die Afghanen bei der Visabeantragung für die USA hilft.

Den Angaben nach operierte Lakanwals Einheit im Süden Afghanistans. Die CIA prüfte die Mitglieder der Eliteeinheit eingehend und bildete sie für einige der härtesten Anti-Terror-Einsätze gegen die Taliban, Al-Qaida und andere aus.

Ein hochrangiger US-Beamter sagte Fox News, Lakanwal soll als 15-Jähriger begonnen haben, mit der CIA zusammenzuarbeiten. Der Beamte erklärte weiter, Lakanwal sei auf mögliche Verbindungen zum Terrorismus untersucht worden, bevor ihm die Einreise in die USA gestattet wurde. 

«Bei den Sicherheitsüberprüfungen gab es keine Auffälligkeiten», sagte der hochrangige US-Beamte dem US-amerikanischen TV-Sender. «Alle Überprüfungen verliefen einwandfrei.»

Tathergang

Am Mittwoch gegen 14.15 Uhr Ortszeit (20.15 Uhr Schweizer Zeit) fielen an der Metrostation Farragut West in Washington D.C. Schüsse. Die Station befindet sich in der Nähe des Weissen Hauses.

Lakanwal soll einer Nationalgardistin zunächst in die Brust und dann in den Kopf geschossen haben. Anschliessend soll er auf den Nationalgardisten geschossen und ihn geschlagen haben.

Lakanwal wurde Berichten zufolge insgesamt viermal angeschossen. Ein dritter Soldat habe den Tatverdächtigen schliesslich überwältigt, berichtet die «New York Post» unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Politische Konsequenzen

Kurz nach dem Angriff kündigte US-Präsident Donald Trump (79) an, alle Afghanen, die während der Amtszeit seines Vorgängers Joe Biden (83) in die USA gekommen waren, erneut überprüfen zu lassen.

Rund 90'000 Afghanen hatten im Rahmen zweier Programme «Special Immigrant Visa» erhalten. 55 Afghanen sollen sich als mutmassliche Terroristen auf einer Beobachtungsliste befinden.

Trump sprach zudem am späten Abend (Ortszeit) von einem Terrorakt. «Dieser abscheuliche Angriff war ein Akt des Bösen, ein Akt des Hasses und ein Akt des Terrors», sagte er in einer Ansprache an die Bevölkerung.

Die US-Einwanderungsbehörde erklärte auf X, dass die Bearbeitung aller Einwanderungsanträge von afghanischen Staatsangehörigen bis auf Weiteres eingestellt werde.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Pentagon-Chef Pete Hegseth erklärte ausserdem, er habe von Trump den Auftrag erhalten, 500 weitere Nationalgardisten nach Washington D.C. zu entsenden.

Das ist nicht über den Angriff bekannt

Motiv

Bislang ist das genaue Motiv des Verdächtigen nicht bekannt.

Weitere Verdächtige

Bislang wurde nur Rahmanullah Lakanwal‌ als Tatverdächtiger festgenommen. Unklar ist, ob es noch weitere Verdächtige gibt. Bislang gebe es aber keine Hinweise auf weitere Beteiligte, teilten die Behörden zunächst mit.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen