Darum gehts
- Iran greift am Dienstag US-Truppen im Nahen Osten mit Raketen an
- USA und Saudi-Arabien reagieren mit gezielten Luftangriffen im Irak
- Iran stoppt drei Öltanker im Persischen Golf, Details unklar
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert erneut. Nach Angaben des US-Militärs hat der Iran am späten Dienstag mehrere Raketen auf amerikanische Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Sämtliche Geschosse seien von der Luftabwehr abgefangen worden, Verletzte habe es keine gegeben.
Die Attacke markiert eine neue Eskalationsstufe. Erstmals seit der jüngsten Feuerpause griff der Iran direkt US-Stellungen mit ballistischen Raketen an. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) handelte es sich um einen «Überraschungsangriff».
Gemeinsame Vergeltungsschläge
Nur kurze Zeit später reagierten die USA – und zwar nicht allein. Gemeinsam mit Saudi-Arabien flogen amerikanische Streitkräfte gezielte Luftangriffe gegen Stellungen iranisch unterstützter Milizen im Irak. Laut Centcom richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen, von denen aus Angriffe auf US-Truppen sowie auf saudische Energieanlagen vorbereitet worden sein sollen.
Das saudische Verteidigungsministerium bestätigte parallel eigene «qualitative Präzisionsschläge» gegen Milizen im Irak. Die Ziele seien Gruppen gewesen, die für Drohnenangriffe auf Ölanlagen im Königreich verantwortlich gemacht werden. Bereits Anfang der Woche hatte Saudi-Arabien mehrere Drohnen abgefangen, die laut Riad aus dem Irak gestartet worden waren und iranisch unterstützten Milizen zugeschrieben werden.
Saudi-Arabien rückt näher an Washington
Dass Saudi-Arabien nun offen gemeinsam mit den USA militärisch gegen iranisch unterstützte Gruppen vorgeht, gilt als bemerkenswerter Schritt. Das Königreich hatte sich in den vergangenen Jahren meist um eine vorsichtige Balance gegenüber Teheran bemüht. Die jüngsten Angriffe auf saudische Öl-Infrastruktur scheinen diese Zurückhaltung jedoch beendet zu haben.
Mit den neuen Militärschlägen droht der Konflikt erneut auf weitere Länder der Region überzugreifen. Beobachter warnen vor einer Spirale gegenseitiger Vergeltungsangriffe, nachdem die Hoffnungen auf eine Beruhigung der Lage zuletzt wieder gestiegen waren.
Iran meldet Angriff auf drei Öltanker
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten am Mittwoch zudem, ihre Marine habe drei Öltanker im Arabischen Golf angegriffen und gestoppt. Die Schiffe hätten Warnungen ignoriert und seien auf einer «unsicheren und illegalen Route» unterwegs gewesen, hiess es in einer Mitteilung der IRGC.
Gleichzeitig betonten die Revolutionsgarden, sie hätten weiterhin die «volle Kontrolle über die Strasse von Hormus». Die strategisch wichtige Meerenge zählt zu den bedeutendsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Zudem drohte das Korps, «illegale Interventionen» der US-Streitkräfte in der Region würden «nicht unbeantwortet bleiben».
Eine unabhängige Bestätigung der iranischen Angaben lag zunächst nicht vor. Auch blieb zunächst unklar, welche Tanker betroffen sein sollen und unter welcher Flagge sie fuhren.