Rutte trifft Trump
Gelingt die Nato-Versöhnung im Oval Office?

Mark Rutte weilt mehrere Tage in Washington. Das Ziel des Nato-Chefs: Die Spannungen mit den USA entschärfen. Kann der «Trump-Flüsterer» den US-Präsidenten vom Nato-Austritt abbringen? Trump sprach am Mittwoch in Rätseln.
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Nato-Chef Mark Rutte (links) trifft heute auf US-Präsident Donald Trump.
Foto: IMAGO/NL Beeld

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nato-Chef Rutte trifft Trump in Washington wegen wachsender Spannungen
  • Rutte gilt als «Trump-Flüsterer», will Spannungen entschärfen
  • Nato erwägt Marinemission im Persischen Golf zur Strasse von Hormus
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Janine EnderliRedaktorin News

Es dürfte eine heikle Mission werden: Nato-Chef Mark Rutte (59) reiste am Mittwoch nach Washington, um sich mit US-Präsident Donald Trump (79) zu treffen. Er tut dies vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Bündnis. 

Trump hatte mehrfach heftig gegen die Nato geschossen. Dem Republikaner ging es gegen den Strich, dass die übrigen Staaten die USA nicht bei der Öffnung der Strasse von Hormus unterstützten. «Sie sind Feiglinge», sagte Trump und bezeichnete die Nato mehrfach als «Papiertiger», der Russland nicht einschüchtern könne.

Rutte gilt als «Trump-Flüsterer»

Beobachter bezeichnen Ruttes Washington-Besuch deshalb als entscheidend. Der Niederländer müsse nun beweisen, dass er die Spannungen entschärfen kann. «Manche seiner Besuche waren sehr entscheidend. Andere dienten eher dazu, die Beziehungen aufrechtzuerhalten», sagt Julianne Smith, ehemalige US-Botschafterin bei der Nato, gegenüber dem Nachrichtenportal Axios. Dieses Treffen sei besonders wichtig. «Es wird ähnlich sein wie in Davos, als er versuchte, die Lage zu beruhigen.» Damals drohte der Streit um die US-Ansprüche auf Grönland zu eskalieren.

Rutte wird oft als «Trump-Flüsterer» gesehen, der zwischen öffentlicher Schmeichelei und diskreter Diplomatie balancieren kann. «Mein Eindruck ist, dass Trump ihn gerne trifft», sagt Smith. «Er vertraut ihm.»

Kommts zum Deal?

Doch nicht alle in Europa seien von Ruttes Ansatz überzeugt. Kritiker werfen ihm vor, einen unzuverlässigen Verbündeten zu sehr zu umgarnen. 

Wie Rutte Trump vom Verbleib in der Nato überzeugen möchte, bleibt unklar. Wie das «Handelsblatt» erfuhr, erwägt die Nato eine Marinemission im Persischen Golf, um den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus zu schützen. Ein Vorteil wäre die Einbindung der USA und ein Signal der Europäer für die Bedeutung des Bündnisses. Möglich ist, dass Rutte Trump diesen Vorschlag am Mittwoch unterbreitet.

Das erste Gespräch

Ruttes Besuch soll drei Tage dauern. Ein erstes Treffen der beiden fand am Mittwochabend statt. Es gab kein offizielles Statement. Mark Rutte sagte anschliessend gegenüber CNN nur, dass es «ein sehr offenes Treffen und eine sehr offene Diskussion, aber auch eine Diskussion zwischen zwei guten Freunden» gewesen sei. Und klar: Trump sei über Nato sehr enttäuscht. Er erwarte von den europäischen Staaten deutlich höhere Nato-Beiträge. 

Und was sagte Trump? Er schrieb auf Truth Social: «Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen. Denkt an Grönland, dieses grosse, schlecht verwaltete Stück Eis!» Was er damit sagen wollte, ist unklar. Jedenfalls ist dies aber (noch) kein Austritt. 

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