Darum gehts
- Eva Air und China Airlines nutzten wegen Pakistans Sperre wieder russischen Luftraum nach Europa
- Pakistan entzog die Rechte laut Ministerium zur Unterstützung der Ein-China-Politik Pekings
- Am 28. Oktober stellte Pakistan die Rechte bis 27. März 2027 wieder her, Flüge änderten sich
Die taiwanesischen Fluggesellschaften Eva Air und China Airlines flogen in den vergangenen Tagen wieder über den russischen Luftraum – eine Kehrtwende, die durch geopolitische Spannungen ausgelöst wurde. Die Airlines änderten ihre Routen, nachdem Pakistan ihnen vorübergehend die Überflugrechte verweigert hatte. Dies berichtet das Aviatik-Portal Aero Telegraph.
Bis zum 21. Oktober 2026 führte Eva-Air-Flug BR71 von Taipeh nach München über zahlreiche Länder, darunter Pakistan, Afghanistan und die Türkei bis nach Deutschland. Doch zwei Tage später änderte Eva Air plötzlich die Route: Über Japan, Russland und die Ostsee ging es nach Europa. Auch andere Flüge wie die Verbindungen nach Paris und Mailand wurden auf ähnliche Strecken umgestellt, die den russischen Luftraum nutzen. Bei China Airlines sah es ähnlich aus.
Hoheit als «Waffe einsetzen»
Zunächst war unklar, was dahintersteckte. Eva Air und China Airlines hatten den russischen Luftraum seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 freiwillig gemieden – aus Sicherheitsgründen.
Der Grund für die plötzliche Änderung? Laut dem Verteidigungsministerium Pakistans, zitiert von Bloomberg, entzog das Land den taiwanesischen Airlines die Überflugrechte, um Chinas «Ein-China-Politik» zu unterstützen. Diese sieht Taiwan, Hongkong und Macau als Teile der Volksrepublik China.
Taiwans Aussenministerium verurteilte den Schritt scharf und kritisierte die Instrumentalisierung des Luftraums durch Pakistan als Verstoss gegen internationale Realitäten. Man würde die Hoheit über den Luftraum als «Waffe einsetzen».
Ein Hin und Her
Dann änderte sich die Lage erneut: Am 28. Oktober 2026 berichteten Bloomberg und AP, dass Pakistan die Überflugrechte für taiwanesische Airlines wiederherstellte. Diese gelten nun bis zum 27. März 2027. Die Auswirkungen waren sofort sichtbar: Eva-Air-Flug BR65 nach Wien, der seit dem 25. Oktober südlich über die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien geführt wurde, nahm am 28. Oktober wieder seine ursprüngliche Route über Pakistan.
Während der Verzicht auf den russischen Luftraum für die meisten westlichen Airlines seit 2022 als fester Standard gilt, zeigen jüngste Ereignisse wie die Routenänderungen von Eva Air und China Airlines im Oktober 2026, dass geopolitische Konflikte in anderen Regionen – wie der Sperrung des pakistanischen Luftraums – Airlines kurzfristig dazu zwingen können, ihre Richtlinien zu überdenken und temporär wieder auf russische Routen auszuweichen.