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Erleichterte Gesichter nach Tod von Amokschützen Robert Card:«Jetzt beginnt die Zeit der Heilung»

Seine Leiche lag im Wald
Amokschütze Robert Card ist tot

Ein Mann hat in Lewiston (USA) auf mehrere Menschen geschossen und dabei 18 Personen getötet. 13 wurden verletzt. Die Leiche des Täters wurde zwei Tage nach der Tat im Wald gefunden.
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Die Polizei veröffentlichte ein Bild von Robert Card.
Foto: Sheriff

Blutbad im US-Bundesstaat Maine!

Ein Amokschütze läuft mit einem Gewehr bewaffnet um 18.56 Uhr in ein Bowlingcenter im Städtchen Lewiston. Er ballert wahllos auf die Menschen. Sieben Personen, sechs Männer und eine Frau, sterben vor Ort.

Danach zieht er weiter, läuft in ein Grillrestaurant, schiesst dort auf die Angestellten und die Gäste. Acht Menschen werden getötet, darunter sieben Männer innerhalb des Lokals und ein Mann ausserhalb des Lokals. Drei weitere Opfer starben auf dem Weg ins Spital.

Es ist einer der schlimmsten Amokläufe der US-Geschichte: 18 Menschen sterben. 13 Personen werden verletzt – die Zahl der Opfer könnte noch steigen.

Er ist Waffen-Instruktor

Anschliessend steigt der Mann in einen Subaru, fährt davon. Die Polizei sucht mit einem Grossaufgebot und Helikoptern nach dem Täter. Die Region ist in Angst – denn der Schütze ist noch immer auf der Flucht. Die Polizei hat die Strassen abgeriegelt, kontrolliert alle Zufahrtswege.

Foto: RMS

Beim Tatverdächtigen handelt es sich um Robert Card (40). Er sei «bewaffnet und extrem gefährlich», hiess es. Card kennt sich gut mit Schusswaffen aus: Er ist gemäss Polizei ein Waffen-Ausbildner, soll in der Armee gedient haben. Im Sommer verbrachte er zwei Wochen in einer psychiatrischen Klinik. Er hatte angegeben, Stimmen gehört zu haben. Ausserdem soll er gedroht haben, einen Stützpunkt der Nationalgarde in die Luft zu sprengen.

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Befindet sich auf der Flucht:Mann (40) tötet 18 Menschen in Bowlingcenter

Horror in der Bowling-Halle

Die Augenzeugen der Tat sind geschockt: Brandon wollte bloss einen normalen Bowling-Abend verbringen. Plötzlich sei der bewaffnete Schütze aus dem Nichts in die Halle gestürmt. «Ich dachte, es sei ein Ballon. Als ich sah, dass er eine Waffe hatte, bin ich die Bowling-Bahn heruntergerannt und in den Schacht über den Kegeln geklettert», sagte der Amerikaner dem Fernsehsender ABC.

Zum Zeitpunkt der Tat habe in der Halle eine Kinder-Veranstaltung stattgefunden, berichten US-Medien. Riley Dumont sagte, ihre 11-jährige Tochter habe am Event teilgenommen, als sie mehrere Schüsse hörte. Dumonts Vater, ein pensionierter Polizist, drängte die Familie daraufhin in eine Ecke. «Ich lag auf meiner Tochter. Meine Mutter lag auf mir», so Dumont gegenüber ABC News. Beim Wegrennen sei ihre Tochter von einer Kugel getroffen worden.

«In einem Bruchteil einer Sekunde wird deine Welt auf den Kopf gestellt»

Das angegriffene Restaurant «Schemengees Bar and Grill» postete am frühen Donnerstagmorgen eine Trauernachricht auf seiner Facebook-Seite. Darin heisst es: «Mein Herz ist gebrochen. Mir fehlen die Worte. In einem Bruchteil einer Sekunde wird deine Welt ohne guten Grund auf den Kopf gestellt. Wir verlieren grossartige Menschen dieser Gemeinde. Wie können wir das alles verstehen?»

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Unter dem Beitrag türmen sich zahlreiche Kommentare, die dem Restaurant Solidarität und Anteilnahme übermitteln: «Es tut uns so leid, was passiert ist. Unfassbar, wie so etwas geschehen kann. Wir stehen an eurer Seite.»

Kathy Lebel, die Miteigentümerin des Grillrestaurants, sei laut «Sun Journal», zum Zeitpunkt des Blutbads nicht im Restaurant gewesen. Sie habe aber gehört, dass eine Person das Restaurant betreten und «zu schiessen begonnen» habe. Das Personal sei herausgerannt. «Ich habe immer noch das Gefühl, dass diese ganze Sache ein Albtraum ist.»

Auto des Täters gefunden

Die Polizei forderte die Anwohner derweil auf, in ihren Häusern zu bleiben und die Türen zu verriegeln. Das Auto, von dem die Polizei annimmt, dass er es zwischen den Tatorten nutzte, ist ein weisser Subaru Outback. Sie veröffentlichte ein Bild des Wagens, mittlerweile wurde er leer im benachbarten Lisbon gefunden. Offenbar ist der Schütze mit dem berüchtigten AR-15-Gewehr bewaffnet, das schon oft für Massenmorde in den USA verwendet wurde.

«Er war ein sehr netter Kerl - sehr ruhig. Er hat seine Autorität nie überstrapaziert oder war gemein oder unhöflich zu anderen Soldaten.» So beschreibt Clifford Steeves, der zusammen mit Card in der Armee-Reserve diente, seinen Ex-Arbeitskollegen gegenüber CNN.

Card sei als «rationaler, verständnisvoller Mensch» bekannt gewesen, der «eher durch Respekt als durch Angst» geführt habe. Obwohl er nie in Kampfeinsätze verwickelt war, habe er eine umfangreiche Ausbildung erhalten – Schiesstraining inklusive. Card habe sich in Wäldern sehr wohlgefühlt, so Steeves. Zudem soll er «einer der besten Schützen seiner Einheit» gewesen sein.

Auch ein weiterer Ex-Angehöriger der Armee-Reserve hat nur Gutes über den Todesschützen zu berichten. Er sei ein «netter Kerl», der «nei ein Problem mit jemandem hatte». Der Soldat konnte sich nicht daran erinnern, dass der Mann, der am Donnerstag 18 Menschen tötete, jemals ein gewalttätiges Verhalten gezeigt hätte.

Schulen bleiben am Donnerstag geschlossen

Präsident Joe Biden (80) wurde über die bisherigen Erkenntnisse des Amoklaufs unterrichtet und wird nach Angaben eines hochrangigen Beamten des Weissen Hauses weiterhin auf dem Laufenden gehalten. Biden ordnete an, die Flaggen am Weissen Haus und an allen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast zu hissen.

«Unser kleiner Staat mit nur 1,3 Millionen Einwohnern gilt seit langem als einer der sichersten des Landes. Dieser Angriff trifft das Herzstück dessen, wer wir sind und welche Werte uns an diesem kostbaren Ort, den wir unser Zuhause nennen, am Herzen liegen», sagte Janet Mills (75), Gouverneurin des US-Bundesstaates Maine, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Lewiston liegt rund 60 Kilometer nördlich von Portland und ist die zweitgrösste Stadt des Bundesstaates Maine. Die Schulen in der Region bleiben am Donnerstag geschlossen. (neo/nad)

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