Darum gehts
- Fünfjährige erkrankt an seltener Grippe-Nebenwirkung Rhabdomyolyse
- Symptome: Muskelschmerzen, Muskelschwäche, rötlich-brauner Urin und Fieber
- Nach zwei Tagen intensiver Behandlung im Spital konnte Aurora wieder laufen
Als die fünfjährige Aurora aus dem US-Bundesstaat Ohio Ende Januar an der Grippe erkrankte, wirkte der Krankheitsverlauf zunächst normal. Doch dann bemerkte ihre Mutter Kota Burden-Schott, dass die Kleine wenige Tage später anfing, nur noch auf ihren Zehenspitzen zu laufen.
Das Mädchen klagte über Muskelschmerzen, kurz darauf konnte sie ihre Beine nicht mehr bewegen, berichtet ihre Mutter in den sozialen Medien. Sofort brachte sie ihre Tochter in die Notaufnahme. Das schnelle Handeln bewahrte Aurora vor Schlimmerem.
Krankheit kann zu Nierenversagen führen
Im Spital folgte der Schock: Aurora litt an einer seltenen, aber gefährlichen Nebenwirkung der Grippe – der Rhabdomyolyse. Bei dieser Erkrankung zerfallen die Muskelfasern. Ursachen hierfür sind etwa Muskelquetschungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Infektionen.
In Auroras Fall kamen verschiedene Faktoren zusammen. Kurz bevor das Mädchen an der Grippe erkrankt war, wurden ihr bei einer Operation Mandeln und Polypen entfernt, erklärt ihre Mutter: «Dadurch war ihr Immunsystem geschwächt, ausserdem hatte sie seit mehreren Tagen keine richtige Nahrung mehr gegessen.»
Die Folgen der Rhabdomyolyse reichen von milden Muskelschmerzen bis zu akutem Nierenversagen. Bei schweren Formen kann die Krankheit lebensbedrohlich werden. Die beschädigten Muskeln geben das Eiweiss Myoglobin in den Blutkreislauf ab. Das Protein verstopft die Nierenkanälchen und schädigt die Nierenzellen – die Niere wird schlechter durchblutet, es kann zum Stopp der Harnproduktion kommen.
So erkennst du Rhabdomyolyse
Typische Symptome äussern sich in Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder rötlich-braunem Urin. Weiter kommen Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hinzu. Über Blut- oder Urintests wird die Diagnose festgestellt.
Wird die Erkrankung schnell erkannt, kann sie gut behandelt werden. Intravenös werden Flüssigkeiten zugeführt, damit die schädlichen Substanzen schneller aus dem Blutkreislauf ausgespült werden können.
Aurora erhielt im Spital ebenfalls sofort Flüssigkeiten, wodurch der Heilungsprozess schnell eingeleitet werden konnte. Nach zwei Tagen konnte sie wieder laufen, wie ihre Mutter mit grosser Erleichterung und Dankbarkeit in den sozialen Medien teilte.