Rauswurf beim Internationalen Strafgerichtshof
Chefankläger Karim Khan wegen Missbrauchsvorwürfen abgesetzt

Karim Khan ist nicht länger Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs. 82 Mitgliedstaaten stimmten in New York für seine Absetzung. Dem Briten wird sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen.
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Nach Missbrauchsvorwürfen muss Karim Khan seinen Posten räumen.
Foto: AFP

Darum gehts

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  • Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, wurde abgesetzt
  • Vorwurf: Sexueller Missbrauch, basierend auf Aussagen zweier Frauen seit 2024
  • 82 von 125 Mitgliedstaaten stimmten am 24. Juli 2026 für Absetzung
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Der Internationale Strafgerichtshof hat seinen Chefankläger gefeuert. Am Freitag stimmten 82 der 125 Mitgliedstaaten bei einer Sitzung in der Uno-Zentrale in New York für die Absetzung von Karim Khan (56). 13 Staaten stimmten dagegen, elf enthielten sich – das berichtet unter anderem «The Guardian».

Dem Entscheid ging ein beispielloses Verfahren voraus. Der Vorwurf wiegt schwer: sexueller Missbrauch. Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte Khan beschuldigt, sie über einen längeren Zeitraum sexuell belästigt zu haben. Die Vorwürfe kamen 2024 erstmals ans Licht. Im vergangenen Jahr meldete sich zudem eine zweite Frau, die ihm als Praktikantin ebenfalls unangemessenes Verhalten vorwarf.

«Nie faires Verfahren bekommen»

Khan, der das Amt 2021 antrat, bestreitet die Vorwürfe vehement. Sein Anwalt Tayab Ali kritisierte das Verfahren als «unfair» und will den Entscheid anfechten. «Khans Absetzung wurde durch ein Verfahren entschieden, in dem er nie eine faire Gelegenheit hatte, gehört zu werden», erklärte Ali.

Das Exekutivkomitee des Strafgerichtshofs sieht das anders. Eine Untersuchung kam im Juni zum Schluss, dass sich Khan tatsächlich schwerwiegenden Fehlverhaltens schuldig gemacht habe. Die Hauptklägerin stellte in einem CNN-Interview klar: «Meine Beschwerde war wegen dem, was mir passiert ist, und aus keinem anderen Grund.»

Keine Beweise für politische Intrige

Für Gerüchte, wonach die Vorwürfe eine politische Intrige seien, fanden sich keine Beweise. Khan hatte durch Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu weltweit für Aufsehen gesorgt.

Weil das Disziplinarverfahren lief, hatte Khan sein Amt bereits 2025 ruhen lassen. Seither leiten seine zwei Stellvertreter die Behörde. Nun braucht das Weltstrafgericht dringend einen neuen Chefankläger – und das in einer hochbrisanten Zeit. Die USA kündigten bereits an, die Operationsfähigkeit des Gerichts systematisch schwächen zu wollen. Die Zukunft des Strafgerichtshofs bleibt ungewiss.

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