Darum gehts
- Raphaël Glucksmann ist Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialdemokraten
- Er gewann die interne Wahl mit 66,1 Prozent im ersten Gang
- Danach bewarf ihn jemand in Paris mit Mehl; er nennt Konkurrenten
Erster turbulenter Abend für den nunmehr offiziellen Kandidaten der Sozialdemokraten für das französische Präsidentenamt. Raphaël Glucksmann (46), der am Sonntag die interne Auswahl der französischen Sozialdemokraten bereits im ersten Wahlgang für sich entschieden hat, wurde gegen 22 Uhr von einer Person angegangen. Der Vorfall geschah, als er eine Pariser Bar verliess, in der er seinen Sieg gefeiert hatte. Er wurde dabei mit Mehl überschüttet – just als er in den wartenden Wagen steigen wollte.
Die Identität des Täters ist nicht bekannt. Am Montagmorgen meldete sich Raphaël Glucksmann im Fernsehsender LCI selbst zu Wort. «Solches Verhalten beeindruckt mich nicht», sagte er. Er scheute sich zudem nicht, seine Konkurrenten im linken Lager zu beschuldigen.
Streit im linken Lager
In den Umfragen liegt Raphaël Glucksmann im Rennen um das französische Präsidentenamt hinter dem Kandidaten der radikalen Linken, Jean-Luc Mélenchon (75), von der Partei La France insoumise. «Bei jedem Anlass, den wir organisieren, bei jeder Kundgebung, an der wir teilnehmen, gibt es Insoumise-Aktivisten, die uns belästigen, beschimpfen, mit Mehl bewerfen oder bedrohen», sagt Glucksmann.
Am Sonntag gewann Raphaël Glucksmann die interne Abstimmung der Sozialistischen Partei und ihrer Verbündeten. Er erhielt bereits im ersten Wahlgang 66,1 Prozent der Stimmen und schlug damit unter anderem PS-Präsident Olivier Faure (14,5 Prozent) und Ségolène Royal (7,6 Prozent). Sie war 2007 die sozialistische Kandidatin und hatte in der Stichwahl knapp gegen Nicolas Sarkozy (71) verloren.