Rätsel um Banksy gelöst?
Dieser Mann soll hinter dem berühmten Künstler stecken

Ist das Geheimnis gelüftet? Reuters behauptet, die Identität von Banksy aufgedeckt zu haben: Es soll sich um Robin Gunningham handeln.
Kommentieren
1/8
Dieses Foto soll Banksy zeigen. Sein Name: Robin Gunningham.
Foto: RMS

Darum gehts

  • Reuters-Journalisten identifizieren Robin Gunningham als Banksy, britischer Streetart-Künstler aus Bristol
  • Banksys Anwalt weist Vorwürfe zurück, warnt vor Privatsphären- und Sicherheitsrisiken
  • Sein Werk «Love Is in the Bin» erzielte 2018 rund 25 Millionen Dollar
RMS_Portrait_AUTOR_519.JPG
Johannes HilligRedaktor News

Seine Kunst ist weltberühmt, aber seine Identität streng geheim. Seit Jahrzehnten wird spekuliert, wer hinter dem Künstlernamen Banksy stecken könnte. Jetzt scheint das Rätsel gelöst.

Die Journalisten Simon Gardner, James Pearson und Blake Morrison behaupten, die Identität des berühmten britischen Streetart-Künstlers zweifelsfrei entschlüsselt zu haben. Die ganze Recherche hat die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht.

Spurensuche in der Ukraine

Die zentrale Enthüllung: Banksy ist nicht, wie lange vermutet, Robert Del Naja, Frontmann der Band Massive Attack. Stattdessen soll es sich um Robin Gunningham handeln, einen Künstler aus der Stadt Bristol, der seinen Namen später in David Jones geändert haben soll.

Der Name Robin Gunningham taucht nicht das erste Mal im Zusammenhang mit Banksy auf. In einem Artikel der britischen Zeitung «Mail on Sunday» aus dem Jahr 2008, wurde der Brite ebenfalls ins Spiel gebracht.

Er änderte seinen Namen

Laut Reuters begann die Spurensuche für die wahre Identität Banksys unter anderem in der Ukraine. Dort soll der geheimnisvolle Künstler 2022 für seine Werke vor Ort gesichtet worden sein. Auch eine alte Auseinandersetzung mit dem jamaikanischen Fotografen Peter Dean Rickards, der angeblich Bilder von Banksys Gesicht veröffentlicht hatte, wurde herangezogen.

Als Journalisten ihm 2008 auf die Spur kamen, soll Robin Gunningham seinen Namen in David Jones geändert haben.

Anwalt von Banksy warnte vor Veröffentlichung

Banksys Anwalt, Mark Stephens, hat die Ergebnisse der Untersuchung deutlich zurückgewiesen. In einem Schreiben an Reuters erklärte er: «Mein Mandant akzeptiert nicht, dass viele der in der Untersuchung enthaltenen Details korrekt sind.»

Er warnte auch davor, die Ergebnisse zu veröffentlichen, da dies sowohl die Privatsphäre des Künstlers verletzen, seine Kunst beeinträchtigen als auch ihn selbst in Gefahr bringen könnte. «Anonym oder unter einem Pseudonym zu arbeiten, dient wichtigen gesellschaftlichen Interessen», argumentiert Stephens. Es schütze die Meinungsfreiheit, indem es Künstlern ermögliche, «der Macht die Wahrheit zu sagen, ohne Vergeltung, Zensur oder Verfolgung fürchten zu müssen».

Versteigerung für 25 Millionen US-Dollar

Warum der Name und die Recherche schliesslich doch veröffentlicht wurden, begründet Reuters mit dem öffentlichen Interesse an der Identität einer so einflussreichen Persönlichkeit in Kunst und politischem Diskurs.

Fakt ist: Banksys Werke sind weltbekannt: Vom ikonischen «Girl With Balloon», das sich 2018 unmittelbar nach der Versteigerung in eine zerschredderte Version namens «Love Is in the Bin» verwandelte und später 25 Millionen Dollar (19 Millionen Franken) einbrachte, bis hin zu seiner jüngsten politischen Aussage in Form eines Wandgemäldes an den Royal Courts of Justice in London. Dieses zeigte 2025 einen Richter, der einen unbewaffneten Demonstranten mit einem Richterhammer angreift – ein Kommentar zur Verschärfung der britischen Gesetze gegen politische Proteste.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen