Darum gehts
- Ungarns Parlament kippt Orbáns Anti-LGBT-Regeln.
- Sie verboten Homo- und Transdarstellungen vor Minderjährigen.
- Magyar nennt EU-Vorgaben, Dombos begrüsst es vorsichtig.
Ungarische Kinder dürfen wieder etwas über Schwule und Lesben erfahren. Am Dienstag hat die Zweidrittelmehrheit des neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar (45) im ungarischen Parlament mehrere Anti-LGBT-Bestimmungen des früheren Regierungschefs Viktor Orbán (63) aufgehoben. Seit 2021 waren die «Förderung» und die «Darstellung» von Homosexualität oder Transpersonen verboten, insbesondere in Filmen und im Fernsehen, die sich an Minderjährige richten. Diese Regeln fallen nun weg, wie «Die Zeit» berichtet.
Péter Magyar und seine Partei geben an, den Entscheid getroffen zu haben, um den Anforderungen der Europäischen Union zu entsprechen. «Wir freuen uns sehr, dass das verabschiedet wurde», erklärte Tamás Dombos, Aktivist für Bürgerrechte, gegenüber der BBC. Seine Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen. Er erinnere daran, dass Péter Magyar und seine Partei Tisza deswegen noch lange keine Vorkämpfer des Fortschritts seien.
Es bleibt noch viel zu tun
Im Wahlkampf vermied es Péter Magyar sorgfältig, sich zur LGBT-Frage allzu deutlich zu äussern. Die Aufhebung der Gesetze Orbáns sei dennoch ein positives Signal, so Tamás Dombos: «Wir klopfen immer noch an eine verschlossene Tür, aber zumindest hören sie auf der anderen Seite zu.» Das Thema bewegt viele Menschen im Land. Im Juni 2026 hatten rund 250’000 Menschen an der Pride in Budapest teilgenommen, obwohl Viktor Orbán die Kundgebung verbieten wollte.