Darum gehts
- In Frankreich sind landesweite Demos von Gewerkschaften, Schülern, Studenten und Gelbwesten geplant
- In Paris ist der Marsch von Bastille zur Concorde geplant, die Route ist noch nicht bewilligt
- Händler sichern Läden, Polizei und Gendarmerie bereiten sich auf mögliche Ausschreitungen vor
Frankreich rüstet sich für die nächste Protestwelle: Am Donnerstag gehen im ganzen Land Zehntausende auf die Strasse. In Paris wollen Gewerkschaften und Gelbwesten am «schwarzen Donnerstag» die Proteste der vergangene Wochen fortsetzen. Nach Krawallen bei früheren Kundgebungen befürchten Händler und Sicherheitskräfte erneute Ausschreitungen, wie «TV5 Monde» berichtet.
Geplante Route abgesagt
Der Marsch soll um 14.00 Uhr starten. Ursprünglich sollte er von Platz der Bastille zum Place de la Concorde verlaufen. Doch die Behörden machen den Gewerkschaften einen Strich durch die Rechnung. Auf der Route befinden sich viele Geschäfte, die Opfer von Sachbeschädigung werden könnten. Die neue Route soll also von der Route République zu Place de la Nation verlaufen.
Händler sichern Schaufenster
Aus Angst vor neuen Sachbeschädigungen und Plünderungen bereiten sich die Pariser Geschäftsleute vor: Sie sichern Eingänge und Schaufenster, räumen Aussenmöbel weg und prüfen ihre Alarmanlagen. Viele Läden setzen auf zusätzliches Sicherheitspersonal oder verkürzen ihre Öffnungszeiten.
Polizei erwartet gewaltbereite Gruppen
Innenminister Laurent Nuñez (62) hat die Präfekten angewiesen, die Sicherheitsvorkehrungen massiv hochzufahren. Polizei und Gendarmerie beziehen Stellung an zentralen Plätzen und Verkehrsknotenpunkten. Zudem drohen gezielte Kontrollen und lokale Kundgebungsverbote. Die Behörden befürchten Angriffe gewaltbereiter Gruppen auf Geschäfte und öffentliche Gebäude.
In einer offiziellen Mitteilung der Stadt heisst es: «Stellen Sie die Abfallbehälter nicht raus. Sichern Sie ab Donnerstagmittag Fahrräder, sperrige Gegenstände und Gartenmöbel wie Terrassenmöbel, die eine Gefahr darstellen oder zur Begehung von Schäden verwendet werden könnten.»
Auch andere Grossstädte betroffen
Der Protest beschränkt sich nicht auf Paris: In Lyon hat die Präfektur Demonstrationen in weiten Teilen des Stadtzentrums zwischen 9.00 und 20.00 Uhr verboten. In Toulouse streiten Veranstalter und Behörden noch über die Route. Auch in mehreren Städten der Bretagne sind Aktionen angekündigt.