Darum gehts
- Philipp Amthor kauft Strandkorb für Kanzleramtsbalkon
- Strandkorb aus eigener Tasche bezahlt, Kritik und Spott in sozialen Medien
- AfD-Aussage: «CDU schickt ihr letztes Aufgebot»
Staatsminister Philipp Amthor (34, CDU) sorgt im deutschen Kanzleramt für Wirbel: In der ZDF-Doku «Inside CDU» lässt er einen Strandkorb auf den Balkon liefern. Bezahlt hat er das Sitzmöbel laut «Frankfurter Rundschau» aus eigener Tasche.
Der CDU-Politiker zeigt sich in der Dokumentation sichtlich angetan von der Neuanschaffung: «Ja, das sieht doch super aus.» Sollte er tatsächlich einmal Zeit für Erholung finden, könne er den Strandkorb in Richtung Kanzlergarten drehen. Dort, erzählt Amthor, lasse sich gelegentlich sogar ein Fuchs beobachten.
Strandkorb sorgt für Wirbel
Der Strandkorb passt zu Amthors Heimat Mecklenburg-Vorpommern, wo die charakteristischen Sitzmöbel an der Ostseeküste zum Landschaftsbild gehören. Im Umfeld des Kanzleramts wirkt die ungewöhnliche Anschaffung allerdings weniger alltäglich.
In den sozialen Medien hagelt es Spott für Amthors Aktion. Ein paar Stimmen verteidigen den Vorstoss aber und gönnen dem Politiker die kleine Oase.
AfD kritisiert Amthor
Von der Opposition gibt es kaum Rückendeckung – am lautesten poltert die AfD. Auf X spottet die Partei: «Wenn man Philipp Amthor (CDU) ins Kanzleramt holt und dessen erste Amtshandlung die Bestellung eines Strandkorbs ist, dann weisst du: Die CDU schickt ihr letztes Aufgebot.»
Einzelne Parteimitglieder melden sich ebenfalls zu Wort. Markus Frohnmaier (35), Landesvorsitzender der AfD im Bundesland Baden-Württemberg, kritisiert die Entfernung zwischen den Lebensrealitäten der politischen Elite und den Bürgern. Er sagt: «Amthors Strandkorb auf der Kanzleramtsdachterrasse steht dafür sinnbildlich.» Robert Teske (36, AfD) kritisiert auf X scharf: «Unangenehmer kann es nach der Strandkorbgeschichte von Philipp Amthor nicht mehr werden.»
«Neben Verachtung spüre ich da nur noch Grauen»
EU-Parlamentarier Friedrich Pürner (59, ehemals BSW) spart ebenfalls nicht mit Kritik. Auf X schreibt er: «Neben Verachtung spüre ich da nur noch Grauen.» Sein Eindruck schwanke zwischen Überheblichkeit und der Frage, ob das Ganze bereits Satire sei.
Entsetzt zeigt sich Gerhard Papke (65, FDP): «Und dieses Bürschchen gehört zum politischen Führungspersonal unseres Landes? Ernsthaft?»
Neben vielen weiteren X-Nutzern ohne politische Funktion meldet sich auch «Funk»-Journalist Jan Schipmann zu Wort und wirft der CDU «Instinktlosigkeit» vor. «Da haben einige jeglichen Bezug dazu verloren, wie solche Dinge bei den Menschen ankommen», so Schipmann.
Mittlerweile ist klar: Der Strandkorb kommt wieder weg. Das teilte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Montag im Rahmen der Regierungspressekonferenz mit.