Darum gehts
- Selenski fordert Putin in offenem Brief zu Friedensgespräch auf
- Selenski schlägt Schweiz, Türkei oder arabische Länder als Treffpunkt vor
- Putin signalisiert Bereitschaft, friedliche Vereinbarung zu erzielen
Jetzt schlägt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) plötzlich ganz neue Töne an. In einem offenen Brief wendet er sich an Wladimir Putin (73). Den Mann, der seit über vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt.
In seinem Brief klingt Selenski teilweise fast versöhnlich. «Wir in der Ukraine wollen keinen andauernden Krieg. Wir wissen genau, dass ein Leben ohne Krieg unendlich viel besser ist», schreibt Selenski. «Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Russen ebenfalls positiv auf einen Frieden reagieren würde – und das wissen Sie.»
«Genug vom Krieg»
Trotzdem macht der Präsident klar, dass sein Land sich nicht geschlagen geben wird. «Die Ukraine hat ihre Unabhängigkeit bewahrt. Und sie wird sie bewahren. Trotz aller gegenteiligen Vorhersagen.»
Am Ende seines Schreibens unterstreicht Selenski seine Absichten dann ganz deutlich. «Sie haben nun die Wahl. Genug vom Krieg. Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg zu beenden.» Weiter führt der Präsident aus: «Dies muss ehrlich, würdevoll und mit Garantien geschehen, dass der Krieg nicht wieder aufflammt. Ich schlage ein Treffen vor.»
Selenski schlägt gleich mehrere Orte vor, an denen ein solches Treffen stattfinden könnte. Etwa die Schweiz, die Türkei oder die Länder der arabischen Welt.
Putin «willens und bereit» für Frieden
Eine direkte Reaktion Putins auf den offenen Brief bleibt bislang noch aus. Der russische Präsident äusserte sich jedoch am Rande des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg gegenüber Journalisten zum Krieg. «Wir sind absolut bereit und willens, auf friedlichem Wege mit der Ukraine eine Vereinbarung zu erzielen», so Putin laut «heute.at».