Gegen den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro (63) und seine Frau Cilia Flores (69) wurden am Donnerstag in New York neue Anklagen erhoben. Wie der Sender CNN berichtet, wird ihnen Verschwörung zur Folter vorgeworfen, die sowohl US-Bürger als auch Venezolaner während ihrer Regierung erlitten haben sollen. Maduro und Flores, die seit ihrer Festnahme im Januar 2026 in New York inhaftiert sind, weisen die Vorwürfe zurück.
Die Anklageschrift beschreibt erschütternde Details. So sollen Gefangene durch Schläge, Elektroschocks, Erstickungsfolter und Vergewaltigungen misshandelt worden sein. Ein inhaftierter US-Bürger wurde laut Anklage gezwungen, sein eigenes Erbrochenes zu essen. Staatsanwalt Jamie McDonald erklärte, dass das Paar und weitere hochrangige Regierungsmitglieder «ein gewalttätiges System der Folter und Unterdrückung genutzt haben, um ihre Macht in Venezuela aufrechtzuerhalten».
Bereits wegen Drogenhandels angeklagt
Im Januar 2026 wurden Maduro und Flores von US-Spezialeinheiten aus dem Präsidentenpalast in Caracas geholt. Beide wurden bereits wegen Drogenhandels angeklagt. Nun könnten die neuen Vorwürfe entscheidend für die Frage sein, ob Flores bis zum Prozess in Haft bleibt. Ihr Antrag auf Hausarrest wurde abgelehnt, da bei ihr ein Fluchtrisiko gilt. «Mit all den Kontakten und finanziellen Mitteln ist das Risiko erheblich», zitiert CNN Richter Alvin Hellerstein.
Die Anklage beschreibt auch die Schicksale anderer Opfer, darunter die der «CITGO 6», sechs US-amerikanische Ölmanager, die 2017 in Venezuela festgenommen wurden. Laut einer UN-Untersuchung war der venezolanische Geheimdienst DGCIM für Folterpraktiken wie Elektroschocks, Waterboarding und Nahrungsentzug verantwortlich.