Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wollen Regierungsvertreter beider Länder einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Aussenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht. Eine Bestätigung aus den USA stand zunächst aus.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.
Situation brodelt schon länger
Die Meldung von einem neuen Treffen kommt nach Tagen der steigenden Anspannung zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump (79) drohte in letzter Zeit immer offener damit, den Iran politisch anzugreifen. Am Samstag hat er zum Beispiel Kriegsschiffe Richtung Iran entsendet. Trump behauptet, er habe mit seinen Drohungen die Hinrichtung vieler Menschen verhindert, die seit Wochen gegen das Regime protestieren.
Das Mullah-Regime in Teheran hat seinerseits auf die Drohungen reagiert. Ayatollah Ali Khamenei (86), der oberste Führer des Iran, prophezeit einen regionalen Konflikt, sollten die USA den Iran angreifen. «Das iranische Volk wird jemandem, der angreift oder Schaden zufügt, einen harten Schlag versetzen», sagte er laut der Nachrichtenagentur Tasnim am Sonntag.
Hoffnung auf Entspannung
Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.
Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. Dass er nun einen Deal mit der Staatsführung erwägt, sehen viele Iranerinnen und Iraner kritisch.