Darum gehts
- Gustavo Petro und Donald Trump treffen sich erstmals im Weissen Haus
- Trump lobt Petro trotz früherer Angriffe als «wunderbar»
- Petro betont den Einsatz der kolumbianischen Sicherheitskräfte gegen den Drogenhandel
Gustavo Petro (65) glättet die Wogen im Streit mit Donald Trump (79): Der kolumbianische Staatschef traf den US-Präsidenten erstmals im Weissen Haus.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Kampf gegen den Drogenhandel. Bei einer anschliessenden Pressekonferenz verkündete Trump, das Treffen sei hervorragend gelaufen, er finde Petro «wunderbar». Sein Gast äusserte sich dagegen zurückhaltender.
Petro: Unterschiedliche Auffassungen
Trumps Tonlage fiel deutlich anders aus als noch zuletzt. Petro sei ein «kranker Mann», der gerne Kokain produziere und an die USA verkaufe, hatte der Republikaner kürzlich noch gesagt. Nun sprach er davon, seine Abneigung habe daran gelegen, dass er Petro nicht besonders gut gekannt habe. Jetzt arbeite man aber an einer Vereinbarung, um den Schmuggel illegaler Drogen in die USA zu reduzieren.
Petro gab sich nicht so euphorisch wie der US-Präsident. Es gebe unterschiedliche Auffassungen über das Problem des Drogenhandels, sagte er auf einer Pressekonferenz. Statt eines harten militärischen Ansatzes gegen die kriminellen Organisationen will der Ex-Guerillero einerseits Bauern in Kolumbien davon überzeugen, legale Agrarprodukte wie Kaffee oder Kakao statt Kokain anzubauen, und anderseits entschlossen gegen die Finanziers des internationalen Drogengeschäfts vorgehen.
«Gemeinsamen Weg finden»
«Er hat seine Denkweise nicht geändert, ich auch nicht», sagte Petro über Trump. «Aber einen Pakt schliesst man auch nicht zwischen Zwillingsbrüdern, einen Pakt schliesst man zwischen Gegnern, die einen gemeinsamen Weg finden.»
Kolumbien war lange Zeit der wichtigste Partner der USA in Südamerika. Zuletzt kühlte sich das Verhältnis allerdings ab. Die US-Regierung stufte Kolumbien im vergangenen Jahr als Land ein, das seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht erfüllt. Gegen Präsident Petro verhängten die Vereinigten Staaten zudem Sanktionen – mit der Begründung, dass er nicht entschlossen genug gegen den Drogenhandel vorgehe.
Der kolumbianische Staatschef hingegen betonte immer wieder den enormen Einsatz der kolumbianischen Sicherheitskräfte gegen den Drogenhandel. Erst am Dienstag lieferte Kolumbien einen wichtigen Drogenhändler an die USA aus.