Israel hat gewählt
Netanyahus Likud-Partei nach erster Hochrechnung vorn

Die israelische Bevölkerung hat am Dienstag ihre Stimmen für die Wahl des neuen Parlaments abgegeben. Erste Hochrechnungen zeigen Netanyahus Likud-Partei leicht vorn. Ein klarer Regierungsweg zeichnet sich jedoch bislang nicht ab.
Kommentieren
1/4
Die Israelis haben heute ein neues Parlament gewählt.
Foto: imago/Xinhua
Sandra_Marschner_Praktikantin News_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Von 6 Uhr bis 21 Uhr Schweizer Zeit waren rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte in Israel dazu aufgefordert, ihre Stimme für die Wahl des neuen Parlaments, der Knesset, abzugeben. Schon im Verlauf des Tages zeichnete sich eine historische Wahlbeteiligung ab. Bis 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr Schweizer Zeit) hatten nach Angaben der zentralen Wahlkommission 74,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Um 22 Uhr Ortszeit (21 Uhr Schweizer Zeit) schlossen die Wahllokale. Umfragen vor der Wahl deuteten auf ein enges Rennen zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (76) und dem ideologisch vielfältigen Oppositionslager, zu dessen wichtigsten Vertretern der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot (66) gehört, hin.

Erste landesweite Hochrechnungen verwiesen bereits wenige Minuten nach der Schliessung der Wahllokale darauf, dass Netanyahus Likud-Partei mit 24 bis 25 Sitzen von insgesamt 120 Mandaten die stärkste Kraft im Parlament wird. Auf Platz zwei landete demnach die Mitte-Partei Jaschar des Ex-Militärchefs Gadi Eisenkot mit 21 bis 23 Sitzen laut ersten TV-Hochrechnungen.

Noch kein klares Bild zur Regierungsbildung

Dennoch ergibt sich aus den ersten Hochrechnungen noch kein klar eindeutiges Bild. Zwar hat die Likud-Partei bislang die meisten Stimmen erhalten, bei einer Nachwahlbefragung des Senders Channel 12 zeigt sich jedoch, dass sich bei den einander gegenüberstehenden Lagern noch kein definitiver Weg zur Regierungsbildung zeigt.

Denn laut ersten Prognosen von israelischen TV-Sendern dürfte der Block der jüdisch geführten Parteien, die Netanyahu ablehnen – und zu dem Eisenkot als wichtigster Vertreter gehört – insgesamt etwa 52 Sitze gewinnen. Das ist ein hauchdünner Vorsprung verglichen mit etwa 50 Sitzen für die Parteien, die Premierminister Netanyahu unterstützen.

Doch sowohl der Oppositionsblock als auch das rechts-religiöse Bündnis um Netanyahu erreichen aktuell bei Weitem nicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen in der 120 Sitze umfassenden Knesset.

Arabische Parteien mit Rekordergebnis

Die arabisch geführten Parteien, die ebenfalls gegen Netanjahu sind, werden voraussichtlich insgesamt 18 Sitze erringen – ein Rekordergebnis für dieses Parteienfeld. Gemeinsam kommen die Parteien Joint List und Ra’am je nach Sender auf 16 bis 18 Sitze. Sie könnten in Hinblick auf die sich andeutende schwierige Regierungsbildung das Zünglein an der Waage bilden.

Eisenkot will Netanyahu-Regierung ablösen

Gadi Eisenkot schrieb in einem Statement auf X kurz nach Veröffentlichung der Nachwahlbefragungen, dass die ersten Prognosen auf «ein völliges Misstrauen gegenüber Netanyahu und der Regierung vom 7. Oktober» hindeuteten. «Ich werde unverzüglich handeln, um den Willen des Volkes umzusetzen, die Netanyahu-Regierung zu ersetzen und so schnell wie möglich eine zionistische Wehrpflichtregierung zu errichten», führte Eisenkot in seiner Erklärung aus.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

+++Update folgt+++

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen