Darum gehts
- Luftalarm bei Mark Ruttes Besuch in Kiew wegen möglicher Raketenangriffe
- Russland setzt über 70 Raketen und 450 Drohnen gegen Ukraine ein
- Hunderttausende Ukrainer ohne Heizung bei winterlicher Kälte zurückgelassen
Während des Besuches von Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) in Kiew kommt es zu einem Luftalarm wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs. Dies berichten mehrere Medien am Dienstag unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP.
Vor einer neuen angekündigten Verhandlungsrunde für ein Ende des Ukraine-Kriegs setzt Russland derweil seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine fort.
Energieminister spricht von «winterlichem Völkermord»
Russland ziehe es vor, die kältesten Tage des Winters auszunutzen, um Menschen zu terrorisieren, statt sich der Diplomatie zuzuwenden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in sozialen Medien.
Ihm zufolge wurden neun Menschen bei den Attacken verletzt. Russland habe gezielt Energieobjekte angegriffen. Selenski sprach von einer Rekordzahl eingesetzter ballistischer Raketen. Moskaus Militär habe mehr als 70 Raketen verschiedener Typen und Marschflugkörper sowie 450 Kampfdrohnen eingesetzt.
Angriffe auf mehrere Städte
Die Attacken trafen demnach die nordostukrainischen Regionen Charkiw und Sumy, die Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung sowie die Regionen Dnipropetrowsk im Südosten, Odessa im Süden, und Winnyzja im Westen. Die Reparaturarbeiten laufen den Angaben nach.
Energieminister Denys Schmyhal (50) schrieb bei Telegram vom «Versuch eines winterlichen Völkermords». Es habe sich ausschliesslich um zivile Ziele gehandelt. Hunderttausende Familien, darunter Kinder, seien gezielt ohne Heizung in strengster winterlicher Kälte zurückgelassen worden.
So würden Kiew und Verbündete auf Waffenruhe-Bruch reagieren
Vor der neu angekündigten Verhandlungsrunde soll sich die Ukraine nach Informationen der «Financial Times» auf eine koordinierte militärische Reaktion im Falle einer Verletzung eines zukünftigen Waffenstillstands durch Russland verständigt haben. Die Zeitung beruft sich bei ihrer Berichterstattung auf Insider.
Auf jeden russischen Bruch der Waffenruhe soll demnach innert von 24 Stunden reagiert werden – und zwar in mehreren Eskalationsstufen. In der ersten Phase soll eine diplomatische Warnung und notfalls ein Einsatz der ukrainischen Armee erfolgen. Phase zwei sieht einen Einsatz von Kräften der «Koalition der Willigen» vor, zu der viele EU-Mitglieder, Grossbritannien, Norwegen und Island gehören.
Sollte Moskau den Angriff dennoch weiter ausweiten, soll 72 Stunden nach dem ursprünglichen Bruch auch das US-Militär involviert werden. Der Plan ist bislang als rein hypothetisch zu betrachten, da der Kreml sich bislang allen Waffenruhe-Bemühungen verwehrt. Am Mittwoch sollen erneut Gesandte aus Kiew, Moskau und Washington zu Gesprächen in Abu Dhabi zusammenkommen.