Europäische Militärstrategen planen Wiedereröffnung der Strasse von Hormus
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Am Mittwoch und Donnerstag treffen sich In London Militärplaner aus über 30 Staaten, um die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus vorzubereiten, die seit fast zwei Monaten weitgehend blockiert ist. Bei der Konferenz geht es um konkrete militärische Planungen, darunter Einsatzmöglichkeiten, Koordination und Führungsstrukturen für eine internationale Mission. Grossbritannien und Frankreich treiben den Aufbau einer Koalition voran, die die Schifffahrt sichern soll.
Die Umsetzung der Pläne ist jedoch an Bedingungen geknüpft – insbesondere an einen stabilen Waffenstillstand. Ziel ist es, die freie Passage durch eine defensive multinationale Mission wiederherzustellen und die Energieversorgung zu stabilisieren.
Am vergangenen Freitag veranstalteten der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron einen virtuellen internationalen Gipfel, an dem 51 Länder teilnahmen. Sie bekräftigten ihre Absicht, «eine unabhängige und rein defensive multinationale Mission» einzurichten.
Die Strasse von Hormus kann wegen Minengefahr und Blockaden zurzeit nicht befahren werden. Eine Minenräumung ist alles andere als einfach. Wie sich funktioniert, schreibt Marian Nadler hier.
Iran anerkennt Waffenruhe nicht
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Iranische Staatsmedien berichten, dass «der Iran die Verlängerung des Waffenstillstands nicht anerkennt» und das Land diesen je nach nationalem Interesse «beachten oder auch nicht beachten» werde. Der stellvertretende Militärchef der Al-Nujaba, al-Karbalai, wendet sich an US-Präsident Trump und sagt: «Dieser Kampf unterscheidet sich von früheren», und fügt hinzu, dass der Iran «die Entwicklungen mit dem Finger am Abzug beobachtet».
Ein Berater des iranischen Parlamentssprechers Ghalibaf sagte, eine Waffenstillstandverlängerung von US-Präsident Trump sei «gewiss ein Trick, um Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen». Und er fügte hinzu: «Die Zeit für Iran, Initiative zu ergreifen, ist gekommen.»
Trump setzt US-Blockade fort und verlängert Feuerpause
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Wird die Feuerpause verlängert oder nicht? Diese Frage beschäftigte in den letzten Stunden die internationale Öffentlichkeit. Nun hat US-Präsident Donald Trump auf Truth Social angekündigt: Er wird die Feuerpause verlängern – dies, weil sich die iranische Regierung uneins sei. Folgendes Statement setzte Trump auf seiner Plattform Truth Social ab:
«Angesichts der Tatsache, dass die iranische Regierung – was nicht unerwartet kommt – ernsthaft gespalten ist, und auf Ersuchen von Feldmarschall Asim Munir sowie des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif wurden wir gebeten, unseren Angriff auf den Iran so lange auszusetzen, bis deren Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag vorlegen können. Ich habe daher unser Militär angewiesen, die Blockade fortzusetzen und in jeder anderen Hinsicht bereit und einsatzfähig zu bleiben, und werde daher den Waffenstillstand so lange verlängern, bis ihr Vorschlag vorgelegt und die Gespräche auf die eine oder andere Weise abgeschlossen sind.»
Auffällig: Noch am Dienstag hatte Trump bekräftigt, die Waffenruhe nicht verlängern zu wollen. Der Iran sagte am Abend schliesslich seine Teilnahme am Islamabad-Gipfel ab. Kurz danach entschied sich der US-Präsident für die Verlängerung.
USA und Iran streichen Reisepläne
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Anzeichen stehen auf Eskalation! Am Dienstag kommen die Verhandlungen um einen Friedensdeal zwischen den USA und dem Iran ins Stocken. US-Vize J. D. Vance legte seine Reisepläne auf Eis – sein Chef US-Präsident Trump drohte dem Iran mit weiteren Luftangriffen.
Der Iran seinerseits kündigte an, nicht an den Gesprächen in Pakistan teilnehmen zu wollen. Dieser Entscheid sei «endgültig», zitieren iranische Staatsmedien das Regime. Zuvor gab es bereits Gerüchte über eine Absage. Diese scheint nun definitiv.
Gleichzeitig schoss ein ranghoher Vertreter der iranischen Revolutionsgarden auch gegen Staaten, die im Falle einer Wiederaufnahme der Kämpfe mit den USA kooperieren würden. General Majid Mousavi, Luft- und Raumfahrtchef der Revolutionsgarden, hat eindringlich vor einer weiteren militärischen Eskalation gewarnt. In seinen Ausführungen erklärte er, es wäre ein Fehler, weitere «Aggressionen» gegen den Iran durchzuführen.
Besonders scharf fiel seine Warnung an die Nachbarstaaten am Persischen Golf aus. Mousavi machte deutlich, dass Länder, die den USA militärische Unterstützung gewähren, mit schweren Konsequenzen rechnen müssten. «Wenn südliche Nachbarn dem Feind erlauben, ihre Einrichtungen zu nutzen, um Iran anzugreifen, sollten sie sich von der Ölproduktion im Nahen Osten verabschieden», sagte er.
Die Aussagen richten sich indirekt gegen mehrere Staaten in der Region, in denen die Vereinigten Staaten Militärstützpunkte unterhalten oder Truppen stationiert haben. Dazu zählen unter anderem Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain. Diese strategische Präsenz der USA ist seit Jahren ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur am Golf.
Mousavis Drohungen treffen einen besonders sensiblen Punkt: Die Öl- und Gasförderung in der Region ist für die weltweite Energieversorgung von entscheidender Bedeutung. Bereits kleinere Störungen könnten spürbare Auswirkungen auf die globalen Märkte haben. Seit Kriegsausbruch spielen beispielsweise die Kerosin-Preise verrückt. Erste Airlines haben nun Massnahmen ergriffen, wie meine Kollegin Nathalie Benn erklärt.
Verwirrung um Waffenruhe-Ende – platzen die Verhandlungen?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Stunden schwinden und die Welt wartet darauf, was nach Ablauf der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran passiert. Während die Verhandlungsparteien sich unsicher sind, überhaupt zu gemeinsamen Gesprächen zusammenzukommen (Tickereintrag von 17.38 Uhr). Gegenüber CNN bestätigten mehrere Quellen, dass Vance' Reisepläne vorerst auf Eis gelegt sind.
Nun herrscht zusätzliche Uneinigkeit über das Ende der Feuerpause.
Das iranische Staatsfernsehen verkündete am Dienstagabend, die Waffenruhe würde bereits in der Nacht auf Mittwoch (3.30 Uhr Teheraner Zeit) enden.
Die am 8. April in Kraft getretene Waffenruhe sollte theoretisch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Iran enden. US-Präsident Donald Trump äusserte am Montag jedoch Zweifel daran und erklärte, die Feuerpause ende einen Tag später – am Mittwochabend Washingtoner Zeit. Vermittler Pakistan hat mitgeteilt, dass der Waffenstillstand am 22. April um 4.50 Uhr Ortszeit (01.50 Uhr Schweizer Zeit) endet.
Auf beiden Seiten herrscht nun völlige Unsicherheit, ob es zu Verhandlungen kommt und wenn ja, in welchem Rahmen. Trump hatte zuvor angekündigt, die Feuerpause nicht verlängern zu wollen.
«Diese ständigen Kehrtwenden und Androhungen von Kriegsverbrechen!»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Zeit läuft. Am Mittwoch läuft die US-iranische Waffenruhe aus. Die Aussichten auf einen Deal sind jedoch getrübt. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Feuerpause nicht verlängern zu wollen. Derweil überlegen sich die Iraner gar nicht erst nach Pakistan zu reisen.
Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei, hat gegenüber der BBC erklärt, dass die andauernde US-Seeblockade sowie die Drohungen Trumps keine gute Verhandlungsbasis bieten.
«Wir sind mit gutem Willen und Ernsthaftigkeit in diese Verhandlungen gegangen, aber wir haben es hier mit einer Verhandlungspartnerin zu tun, die ihren Mangel an Ernsthaftigkeit und guten Willen unter Beweis gestellt hat. Sie ändert ständig ihre Position, diese Kehrtwenden, diese Androhungen von Kriegsverbrechen», so Baghaei. All dies würde Fortschritt belasten.
US-Vizepräsident J. D., der eigentlich nach Pakistan reisen sollte, ist derweil im Weissen Haus angekommen. Es sei unklar, ob und wann Vance abreisen wird. Ein US-Vertreter sagte gegenüber Fox News, in Washington fänden weitere politische Treffen statt, an denen der Vizepräsident teilnehmen werde. Vance gilt als Anführer der amerikanischen Verhandlungsdelegation. Er reiste bereits vor einigen Tagen nach Islamabad, um Gespräche zu führen. Diese endeten jedoch abrupt.
«Werden sie weiter bombardieren, wenn Verhandlungen scheitern»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Welt schaut gespannt auf Pakistan. Am Mittwoch sollen sich US-Vizepräsident Vance und Irans Parlamentspräsident Ghalibaf treffen, um einen Deal auszuhandeln. Komme es zu keiner Einigung, werden die USA ihre Angriffe auf iranisches Gebiet weiterführen, erklärt US-Präsident Donald Trump heute in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC.
«Wir sind bereit. Ich meine, das Militär brennt darauf loszulegen. Sie sind absolut unglaublich», sagte der Republikaner im Hinblick auf das Auslaufen der Waffenstillstandsvereinbarung am Donnerstag. Trump möchte nicht, dass dieser Waffenstillstand verlängert wird. «Das will ich nicht machen. Wir haben nicht so viel Zeit.»
In dem Interview kritisierte Trump erneut das Vorgehen des Regimes gegen Demonstranten. «Wir haben es nicht mit der nettesten Gruppe zu tun», sagte er. Nach dem Interview forderte Trump auf Truth Social die Begnadigung für angeblich zum Tode verurteilte, iranische Frauen.
An das iranische Regime gerichtet, schrieb Trump: «Bitte tut ihnen nicht weh. Das wäre ein guter Anfang für unsere Verhandlungen.» Dazu teilte Trump einen Screenshot eines X-Posts, der acht Frauen zeigt. Dabei ist unklar, ob es sich bei den abgebildeten Frauen tatsächlich um zum Tode verurteilte Personen handelt.
Der Iran habe keine andere Option als einem Deal zuzustimmen. «Ich gehe davon aus, dass wir einen grossartigen Deal erreichen werden.» Meine Kollegin Chiara Schlenz hat in diesem Artikel dargelegt, warum die Waffenruhe zwischen den Ländern faktisch bereits zerbrochen ist.
«US-Streitkräfte führten eine Kontrolle durch»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
In der vergangenen Nacht haben US-Streitkräfte einen Öltanker geentert, der wegen des Schmuggels iranischen Rohöls in Asien mit Sanktionen belegt wurde. Das teilte das US-Kriegsministerium am Dienstag auf X mit. «US-Streitkräfte führten im Zuständigkeitsbereich des INDOPACOM ohne Zwischenfälle eine Kontrolle, eine Seeblockade und eine Durchsuchung des staatenlosen, mit Sanktionen belegten Tankers M/T Tifani durch», hiess es hierzu in der Mitteilung. Schiffsverfolgungsdaten zeigten die «Tifani» im Indischen Ozean zwischen Sri Lanka und Indonesien.
Das US-Kriegsministerium fügte in der Mitteilung eine Warnung an. Weltweit würde man Massnahmen ergreifen, um «illegale Netzwerke zu zerschlagen und sanktionierte Schiffe abzufangen, die den Iran materiell unterstützen – wo auch immer diese operieren.» Das Pentagon betonte: «Internationale Gewässer sind kein Zufluchtsort für sanktionierte Schiffe.»
Verhandeln Vance und Ghalibaf morgen?
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Scheinen sich die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nun doch zu konkretisieren? Nach Angaben aus Vermittlerkreisen sollen die USA und der Iran die Anreise von Delegationen für Gespräche über den Iran-Krieg in Islamabad bestätigt haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Demnach sollen US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf die Verhandlungen leiten und voraussichtlich am Mittwoch in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen.
Laut Al Jazeera soll Vance voraussichtlich am Dienstagabend pakistanischer Zeit aus Washington abreisen und am Mittwoch vormittags oder am frühen Nachmittag in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen. Der Sender beruft sich dabei auf Quellen aus Vermittlerkreisen.
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe am Mittwochabend zeigte sich Irans Militär nun jedoch bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs. «Das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen», berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine «Hölle» für die Amerikaner und Israelis schaffen, hiess es weiter.
US-Präsident Donald Trump schrieb unterdessen auf Truth Social: «Der Iran hat den Waffenstillstand mehrfach verletzt!»
Iran fordert sofortige Freigabe von beschlagnahmten Frachter
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Die Beschlagnahmung des iranischen Frachters «Touska» durch das US-Militär am Sonntag verdeutlichte eine neue Stufe der Durchsetzung im Nahen Osten. Vom US-Militär veröffentlichte Aufnahmen zeigten, wie wie sich Marinesoldaten aus Helikoptern auf das Schiffsdeck abseilten. Nach Angaben des US-Militär soll der Lenkflugkörperzerstörer USS Spruance den Antrieb der Touska dabei ausser Antrieb gesetzt haben. Der Iran hatte bereits mit Vergeltung gedroht, nun fordert Teheran die sofortige Freigabe des beschlagnahmten Frachters.
In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung forderte das iranische Aussenministerium die «sofortige Freilassung des iranischen Schiffes, seiner Seeleute, der Besatzung und ihrer Familien». Weiter wurde die Militär-Aktion der USA als «äusserst gefährlich» und «kriminell» bezeichnete. Es hiess, die Ladung habe einen Wert von «Millionen», ohne jedoch anzugeben, um welche Ladung es sich handelte. Es ist unklar, wie viele Personen sich an Bord des Schiffes befanden und ob es sich um Iraner handelt.
«Es ist auch klar, dass die volle Verantwortung für jede weitere Eskalation in der Region bei den Vereinigten Staaten liegt», schrieb das iranische Aussenministerium weiter in seiner Erklärung.