Darum gehts
- Selenski warnt vor Putins Mobilisierung nach russischen Parlamentswahlen im September
- Geheimdienst: Russland plant Mobilisierung von Hunderttausenden bis Jahresende
- Ukraine: Russisches Militär verliert monatlich 30'000 Soldaten, 60 Prozent getötet
In seiner abendlichen Videobotschaft hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) am Dienstag eine deutliche Warnung ausgesprochen. Nachdem er einen Überblick über die letzten russischen Angriffe auf die Ukraine lieferte, äusserte er sich zur russischen Parlamentswahl im September. «Wenn Putin den Krieg so sehr will, dass er nun mit seinen Scheinwahlen zu einer weiteren politischen Manipulation gegriffen hat – bis zu dem Punkt, dass er sich nicht einmal traute, auch nur eine einzige Partei auf den Stimmzettel zu lassen, die zumindest ansatzweise von der Notwendigkeit des Friedens sprach, und die Partei «Jabloko» ausschloss –, dann sind seine Prioritäten glasklar», erklärte Selenski.
Diese Kreml-Prioritäten führte er weiter aus. Unter Berufung auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente sprach der ukrainische Präsident von einer gross angelegten Mobilisierung, die Putin direkt nach den Wahlen plane. «Nach den sogenannten Wahlen plant er bis Ende des Jahres eine weitere schnelle Mobilisierung von mehreren hunderttausend Russen, plus ebenso viele im nächsten Jahr. Dies kommt zu den Rekrutierungen hinzu, die sie im Rahmen der Vertragsverpflichtung durchzuführen versuchen», sagte Selenski.
Im September findet in Russland die Parlamentswahl statt
Doch der ukrainische Präsident zeigte sich auch zuversichtlich. In der Ukraine verliere das russische Militär jeden Monat 30'000 Leute, gab Selenski an. 60 Prozent davon würden getötet. «Die gesamte Fläche des von Russland besetzten Gebietes in der Ukraine nimmt schrittweise ab, dank unserer aktiven Operationen und unseres Einsatzes von Drohnen.»
Die landesweite Parlamentswahl in Russland findet vom 18. bis 20. September statt. Erst am Montag war mit der liberalen Oppositionspartei Jabloko die einzige Partei ausgeschlossen worden, die den russischen Angriffskrieg offen ablehnt.