Nach Korruptionsvorwürfen
Selenskis Ex-Stabschef Jermak muss in U-Haft

Der frühere Stabschef von Präsident Wolodimir Selenski, Andrij Jermak, muss nun in Untersuchungshaft. Er war im Zuge einer umfassenden Korruptionsuntersuchung angeklagt worden.
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Selenskis Ex-Stabschef Jermak muss in Untersuchungshaft.
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

In der Ukraine hat das Oberste Anti-Korruptions-Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren Stabschef von Präsident Wolodimir Selenski, Andrij Jermak, angeordnet. Jermak galt lange als enger Vertrauter Selenskis. Vor seinem Rücktritt führte er für die Ukraine Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs. Die Untersuchungshaft gilt laut dem Richter für zunächst 60 Tage. 

Das Gericht setzte ausserdem eine Kaution in Höhe von 140 Millionen Hrywnja (rund 2,5 Millionen Franken) fest. Dadurch könnte Jermak, der die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreitet, bis zu einer endgültigen Entscheidung in seinem Fall freigelassen werden. «Ich habe nicht so viel Geld, und mein Anwalt wird jetzt mit Freunden und Bekannten zusammenarbeiten, um die Kaution aufzubringen», zitiert «Independent» eine Aussage Jermaks gegenüber Reportern nach der Gerichtsverhandlung. 

Grösste Korruptionsaffäre während Selenski-Amtszeit

In einer offiziellen Erklärung hatte die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) bereits mitgeteilt, dass Jermak im Zuge einer umfassenden Korruptionsuntersuchung angeklagt worden sei. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit einem mutmasslichen Korruptionsskandal in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar beim staatlichen Atomkonzern Energoatom. Die Untersuchung, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurde, gilt als die bislang grösste Korruptionsaffäre während der Amtszeit von Selenski.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bereits mehrere hochrangige Persönlichkeiten beschuldigt, Teil der Aktionen gewesen zu sein. Nach Angaben von Ermittlungsquellen gegenüber «Kyiv Independent» sollen Verdächtige im Energoatom-Komplex Tschernyschow finanzielle Mittel für den Bau luxuriöser Anwesen nahe Kiew zur Verfügung gestellt haben. Eines dieser Anwesen soll laut den Quellen für Andrij Jermak vorgesehen gewesen sein.

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