Ein tragischer Malaria-Fall sorgt für Aufsehen am Flughafen Frankfurt. Sechs Mitarbeiter der Gepäckabfertigung erkrankten nach einem Mückenstich an der gefährlichen Tropenkrankheit, wie ein Sprecher von Fraport gegenüber «Bild» bestätigte. Einer von ihnen ist inzwischen verstorben.
Die Infektion der Mitarbeiter ereignete sich offenbar zwischen dem 4. und 6. Juli 2026, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. Erste Ermittlungen legen nahe, dass eine oder mehrere infizierte Anophelesmücken im Frachtraum eines Flugzeugs nach Deutschland eingeschleppt wurden. Mücken dieser Art sind vor allem in Afrika, Süd- und Südostasien sowie Teilen von Lateinamerika verbreitet. Ihr Stich kann Malaria übertragen, eine potenziell tödliche Krankheit, die hohes Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Organversagen verursachen kann.
Letzter Malaria-Fall am Flughafen Frankfurt im Jahr 2023
Laut dem Portal hessenschau.de wurden alle Flughafen-Mitarbeiter dazu aufgerufen, bei Malaria-Symptomen sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen und den Kontakt zum Flughafen anzugeben. Die weiteren Betroffenen seien in medizinischer Behandlung.
Der letzte ähnliche Fall von «Flughafen-Malaria» in Deutschland wurde 2023 ebenfalls in Frankfurt festgestellt. Wie das RKI betont, sind solche Vorfälle extrem selten, da Malaria in der Regel nur Reisende betrifft, die sich in betroffenen Regionen mit infizierten Mücken angesteckt haben. Bislang sind keine weiteren Malaria-Ausbrüche bekannt.
Flughafen-Malaria in Europa auf Vormarsch
In der Schweiz werden nach Angaben des BAG jährlich zwischen 200 und 300 Malaria-Fälle registriert. Die meisten Betroffenen infizieren sich bei Reisen in Risikogebiete – besonders nach Afrika. Über 90 Prozent der weltweiten Malaria-Fälle finden sich laut BAG hier, südlich der Sahara. Der Rest der Fälle verteilt sich auf Asien, Zentral- und Südamerika sowie bestimmte Inseln im Pazifik.
Ein internationales Forschungsteam erfasste in einer 2024 publizierten Studie alle Fälle von Flughafen- und Gepäck-Malaria von 1969 bis 2024 in Europa und kam dabei auf insgesamt 145 Fälle. Die meisten Flughafen-Malaria-Fälle wurden in Frankreich (52), Belgien (19) und Deutschland (neun) gemeldet. Die Patienten arbeiteten an einem internationalen Flughafen oder lebten in der Nähe von einem, wobei Männer überproportional betroffen waren.