Darum gehts
- Gewaltiger Felssturz erschüttert Monte Rosa, zweithöchster Berg der Alpen
- Staubwolke färbt Schnee grau, Geröll bedeckt Belvedere-Gletscher mit brauner Schicht
- Felsmasse donnerte Hunderte Meter talwärts, erreichte Locce-See auf 2380 Metern Höhe
Ein gewaltiger Felssturz erschütterte am Wochenende den Monte Rosa, den zweithöchsten Berg der Alpen und höchsten Gipfel der Schweiz. Wie der einheimische Bergretter Luca Tondat in den sozialen Medien berichtete, löste sich auf der italienischen Seite eine riesige Felsmasse im südlichen Gipfelbereich der Dufourspitze und donnerte Hunderte Meter talwärts.
Tondat entdeckte die Spur der Verwüstung und dokumentierte sie mit einer Drohne. «Es ist eine riesige Ablösung, die immer noch im Gange ist», schrieb er auf Instagram. Die Gesteinsmassen erreichten den Locce-See auf 2380 Metern Höhe und die Wiesen der Alp Pedriola.
Staubwolke färbt Schnee grau
Glücklicherweise ereignete sich der Felssturz nachts, sodass niemand verletzt wurde. Die Auswirkungen waren jedoch dramatisch: Eine gigantische Staubwolke färbte den Schnee im ganzen Tal grau. Das Geröll bedeckte sogar die Zunge des berühmten Belvedere-Gletschers mit einer braunen Staubschicht.
Auch die Berghütte Rifugio Zamboni e Zappa auf 2070 Metern Höhe wurde getroffen. Immerhin: Während der Wintermonate bleibt die alpine Unterkunft geschlossen. Tondat vermutete, dass sich weitere Felsstücke lösen könnten: «Der Felssturz geht weiter», warnte er. Wie «Merkur» berichtet, ist das Areal aktuell nur unter Lebensgefahr zu betreten.
Gemäss der lokalen Wetterseite «Meteo Live Verbano Cusio Ossola» liegt der Grund in der Kombination von anormalen Temperaturen und wenig Schnee. Möglich ist auch der Einfluss des alpinen Permafrosts, dessen Veränderungen in den Alpen ein ernsthaftes Problem darstellen. Denn: Taut er aufgrund des Klimawandels auf, werden Felswände destabilisiert – und brechen schneller ab.