Darum gehts
- Bombenanschlag in Monaco: Unternehmer Wadim Jermolajew und zwei weitere verletzt
- Jermolajew zählt zu den reichsten Ukrainern, Vermögen geschätzt auf 792 Millionen Fr.
- Seit 2023 auf ukrainischer Sanktionsliste wegen mutmasslicher Russland-Kooperation
Eine heftige Detonation erschütterte am Montagabend das Fürstentum Monaco an der französischen Mittelmeerküste. Unternehmer Wadim Jermolajew (58), seine Lebensgefährtin und ein 13-Jähriger wurden dabei schwer verletzt. Die Frau erlitt bei der Explosion offenbar schwere Beinverletzungen. Laut «Nice-Matin» musste eine Teilamputation vorgenommen werden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler galt der Anschlag dem ukrainischen Oligarchen.
Wer ist Wadim Jermolajew?
Wadim Jermolajew stammt aus der Grossstadt Dnipro im Osten der Ukraine und gehört zur Generation von Unternehmern, die nach dem Zerfall der Sowjetunion ein Firmenimperium aufbauten. 1995 gründete er die Firma Primus inter pares, aus der später die Alef Corporation entstand. Mit Einkaufszentren, Bürogebäuden und Wohnprojekten wurde er zu einem der erfolgreichsten Investoren seiner Heimatstadt.
Woher kommt sein Geld?
Sein Vermögen stammt aus der Alef Corporation, einem Konglomerat mit Unternehmen in den Bereichen Immobilien, Baustoffe, Landwirtschaft und alkoholischen Getränken. Zur Gruppe gehören unter anderem Axor, Miroplast und UDK. Jermolajew wird seit Jahren zu den reichsten Ukrainern gezählt. Im Jahr 2022 listete Forbes ihn auf Platz 12 der reichsten Personen des Landes und schätzte seine Einnahmen aus Immobilien auf 960 bis 980 Millionen US-Dollar (zwischen 776 und 792 Millionen Franken).
Warum verliess er die Ukraine?
Laut eigener Angabe verlor Jermolajew 2014 durch die Annexion der Krim zahlreiche Firmen und Produktionsanlagen. 2019 gab er seine ukrainische Staatsbürgerschaft auf und nahm die zyprische an. Ein Schritt, der ihm als vermögendem Investor EU‑Reisefreiheit und zusätzlichen Rechtsschutz sichert. Später verlegte er seinen Wohnsitz nach Monaco, blieb geschäftlich aber in der Ukraine engagiert. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wird er in ukrainischen Medien und Investigativprojekten als Teil eines in den Luxus an die Côte d’Azur ausgewichenen «Bataillons Monaco» porträtiert – einer Gruppe von Superreichen, die dem Krieg entkommen sind.
Warum ist er umstritten?
Die ukrainischen Behörden werfen Jermolajew vor, Teile seines Firmengeflechts nach der Annexion der Krim an die russischen Vorgaben angepasst und damit Geschäfte in den besetzten Gebieten weitergeführt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe und erklärt, durch den Krieg selbst erhebliche Verluste erlitten zu haben. Zudem verweist er auf finanzielle Unterstützung seinerseits für die Ukraine. Gerade dieser Gegensatz macht ihn in seiner Heimat zu einer umstrittenen Figur.
Welche Sanktionen gibt es gegen ihn?
Seit 2023 steht Jermolajew auf der ukrainischen Sanktionsliste. Kiew begründet die Massnahmen mit mutmasslicher Zusammenarbeit mit Russland und Geschäften in den besetzten Gebieten. Solche Sanktionen bedeuten in der Regel: Einfrieren von Vermögenswerten unter ukrainischer Hoheit, Beschränkungen für Geschäftsbeziehungen mit ukrainischen Partnern und sie sind ein deutlicher Reputationsschaden im Inland. Internationale Sanktionen der EU oder der USA sind bislang nicht bekannt. Eine rechtskräftige Verurteilung liegt ebenfalls nicht vor.
Wer könnte hinter dem Anschlag stecken?
Was hinter dem Bombenanschlag in Monaco steckt, ist bisher offen. Als Oligarch, der vom Verkauf von Banken und Fabriken, von gigantischen Immobilienprojekten und Geschäften im umkämpften Osten profitiert hat, verfügt Jermolajew über eine lange Liste potenzieller Gegner. Ebenso möglich ist, dass der Anschlag ein Signal sein soll: Der Krieg und seine Schattenkonflikte machen vor europäischen Steueroasen nicht halt, auch im Luxus‑Exil ist niemand wirklich sicher. Wer konkret von seinem Tod oder seiner Einschüchterung profitieren würde, ist derzeit noch Spekulation.
Wie kann man auch als Gartenneuling ein kleines Stück Erde nutzvoll begrünen? Gartenexpertin Scarlet Allenspach gibt Tipps und Tricks rund ums Thema Garten.
Mehr findest du in unserem Dossier «Im Beet mit Blick»
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