Darum gehts
- Vor Spital in New York stiessen 300 ICE-Gegner mit Polizei zusammen.
- ICE schoss einem Migranten in den Hals, laut DHS mit Gangbezug.
- Mamdani verhandelte mit Trump vergeblich über Freilassung.
Die Lage eskaliert vor einem Spital in New York: Rund 300 Anti-ICE-Demonstranten versammelten sich in der Nacht auf Freitag vor dem New-York-Presbyterian-Allen-Hospital und gerieten mit der Polizei aneinander.
Auslöser des Protests ist eine Schussabgabe im Stadtteil Marble Hill, bei der ein ICE-Agent einen Migranten am Hals verletzte. Der Mann wird aktuell im Spital behandelt. Die Demonstranten fordern nun den Rückzug der US-Einwanderungsbehörde ICE von den Strassen.
Gerangel mit der Polizei
«Wir wollen, dass ICE von unseren Strassen verschwindet», skandierte die Menschenmenge. Zu den weiteren Sprechchören gehörten «Fuck ICE» oder «Kündige deinen Job».
Vor dem Spital versuchten Polizisten, die Demonstranten mit Absperrgittern auf Abstand zu halten. Als mehrere Protestler eine Barrikade herunterdrückten, kam es zu einem kurzen Gerangel. Mindestens eine Person wurde festgenommen.
Angeschossener war offenbar Gang-Mitglied
Derweil erholt sich im Spital selbst Oscar B.* (28) aus der Dominikanischen Republik von einer Schussverletzung am Hals. Er war laut US-Heimatschutzministerium (DHS) am Donnerstagnachmittag bei einem gezielten ICE-Einsatz angeschossen worden.
Die Beamten wollten den Mann festnehmen, der sich in einem Auto mit einem Kind auf dem Rücksitz befand. Die Situation eskalierte, als die Einsatzkräfte zugriffen. Der Bub wurde bei dem Zugriff nicht verletzt.
Bereits 2023 festgenommen
Der 28-Jährige soll Verbindungen zur dominikanischen Gang Trinitarios haben. Laut den Behörden wird er voraussichtlich überleben.
Der Migrant habe «eine frühere Verurteilung wegen schweren Diebstahls sowie mehrere frühere Festnahmen wegen Körperverletzung, Raub, Drogenbesitzes und Waffenbesitzes vorzuweisen», teilte das DHS in einer Erklärung mit.
Mamdani: ICE ist «bis ins Mark verrottet»
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani versuchte laut eigenen Angaben zu vermitteln. Er habe versucht, die Freilassung des Dominikaners zu verhandeln. Er soll sogar direkt mit US-Präsident Donald Trump (80) gesprochen haben. «Ich habe die letzten zwei Stunden mit Präsident Trump und Heimatschutzminister Mullin telefoniert, um die Freilassung des Mannes auszuhandeln, der von ICE-Beamten angeschossen wurde. Diese Verhandlungen waren erfolglos.»
Mamdani bezeichnete die Behörde in einem Statement als «bis ins Mark verrottet».
*Name bekannt