Machthaber schaute persönlich zu
Kim Jong Un testet neue Superraketen

Nordkorea hat am Sonntag zwei Langstrecken-Marschflugkörper erfolgreich getestet. Nach eigenen Angaben handelte es sich dabei um Hyperschallraketen. Kim Jong Un bezeichnete den Test als Akt der Selbstverteidigung.
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Kim Jong Un beaufsichtigte den Test persönlich.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nordkorea testete zwei Langstrecken-Marschflugkörper am Sonntag im Gelben Meer
  • Kim Jong Un überwachte persönlich den Test und verteidigte ihn
  • Flugdauer der Raketen betrug etwas über zehn Sekunden
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Nordkorea hat nach eigenen Angaben zwei Langstrecken-Marschflugkörper getestet. Die Raketen wurden bereits am Sonntag abgeschossen, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.

Nach einer Flugdauer von etwas über zehn Sekunden sollen sie im Gelben Meer vor der Westküste des Landes ihre vorhergesehenen Ziele getroffen haben. Nach nordkoreanischen Angaben handelte es sich um Hyperschallraketen. Mit dem Einsatz habe man die nukleare Kriegsabschreckung des Landes stärken wollen, berichtete KCNA am Montag.

«Verantwortungsbewusste Kriegsabschreckung»

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe den Waffentest persönlich beaufsichtigt und als «verantwortungsbewusste Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung und Kriegsabschreckung» verteidigt.

Pjöngjangs Aktivitäten dienten dabei der Abschreckung und seien «notwendig, wie die jüngste geopolitische Krise und die komplizierten internationalen Ereignisse» zeigten, sagte Kim unter Anspielung auf den US-Militäreinsatz auf Caracas in der Nacht zum Samstag.

Bedrohung für Südkorea?

«In letzter Zeit wurden wichtige Fortschritte dabei erzielt, unsere Nuklearstreitkräfte auf eine praktische Basis zu stellen und sie auf einen tatsächlichen Krieg vorzubereiten», sagte Kim. In nordkoreanischen Staatsmedien verbreitete Fotos zeigten Kim, wie er in Begleitung hochrangiger Beamter eine Zigarette rauchte, während eine Rakete in den Morgenhimmel aufstieg.

Auch wenn Uno-Resolutionen Nordkorea das Testen ballistischer Raketen verbieten, hat die Militärführung in den letzten Jahren die Zahl seiner Raketenstarts deutlich erhöht. Marschflugkörper fallen nicht ausdrücklich unter das Uno-Verbot. Dennoch gelten die Flugkörper wegen ihrer geringen Flughöhe und hohen Manövrierbarkeit als potenzielle Bedrohung, insbesondere für das benachbarte Südkorea. Sie sind für Radarsysteme deutlich schwerer zu erfassen als ballistische Raketen.

Experte ist skeptisch

Hyperschallraketen gelten wegen ihrer hohen Fluggeschwindigkeit, schnellen Manövrierfähigkeit und niedrigen Fluglaufbahn als besonders gefährlich. Nordkorea behauptet seit Jahren, diese zu testen. Experten bezweifeln allerdings, dass das Land tatsächlich schon voll entwickelte Hyperschallwaffensysteme hat.

Es handle sich vielmehr um einen «quasi-Hyperschall-Flugkörper», wie etwa der leitende Forscher am Korea Institute for National Unification (KINU), Hong Min, der südkoreanischen Zeitung Chosun Ilbo sagte.

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