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Tragödie bei Ceuta:49'000 Menschen flüchten nach Ceuta

Zahl der Todesopfer steigt
Bereits 88 Leichen in Ceuta geborgen

Zehntausende Migranten aus Marokko haben Berichten zufolge die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika erreicht. Mindestens 24 Personen starben beim Versuch, Ceuta schwimmend zu erreichen. Blick hält dich im Ticker über die aktuelle Lage auf dem Laufenden.
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Nachdem rund 60'000 Personen Ceuta gestürmt hatten, ...
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Über 60'000 Migranten erreichen Ceuta in wenigen Tagen, fast alle bereits wieder zurückgekehrt
  • Mindestens 72 Tote bei Schwimmversuchen
  • Italien setzt Schengenabkommen mit Spanien aus, Sánchez reagiert auf Kritik

Mehr als 40'000 Migranten sind innert weniger Tage in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gelangt. Das berichten mehrere spanische Medien am Freitag übereinstimmend. Die Guardia Civil spricht gemäss «El Periodico» von rund 49'000 Menschen. Das ist deutlich mehr als bislang angenommen. Zunächst war von mehr als 1500 Migranten die Rede. Ceuta hat gerade einmal 83'600 Einwohner. Einige Quellen sprechen sogar von noch mehr Migranten, die die Exklave in den letzten Tagen erreicht haben sollen.

Auslöser des Ansturms ist laut «Bild» eine Entscheidung von Spaniens oberstem Gerichtshof. Migranten, die schwimmend spanisches Gebiet erreichen, dürfen ab sofort nicht mehr ohne Einzelfallprüfung nach Marokko zurückgeschickt werden.

Mindestens 19 tote Migranten

Ceuta ist eine von nur zwei Landesgrenzen der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent. Die Menschen kommen vor allem aus Marokko und haben die Exklave auf dem Seeweg erreicht. Laut den Behörden vor Ort handelt es sich um Erwachsene und Kinder. Die Mehrheit der Migranten sind junge Männer.

«Wir befinden uns in einer Situation des totalen humanitären und sozialen Notstands», erklärte der Präsident der Exklave am Donnerstag. Die Aufnahmezentren vor Ort seien nicht mehr aufnahmefähig, wie unter anderem «Focus» mit Bezug auf die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Behörden in Ceuta forderten die Regierung in Madrid nun auf, den nationalen Notstand auszurufen. Auch wurde die spanische Armee um Hilfe gebeten.

Am Donnerstagabend bestätigte die spanische Regierung einen kommenden Militäreinsatz in Ceuta. Die in der Exklave stationierten Militäreinheiten sowie der Zivilschutz sollen die regionalen Behörden unterstützen, berichtet «El Pais».

Sicherheitskräfte haben laut Angaben der lokalen Polizei die Leichen von 19 Personen geborgen, die versucht hatten, nach Ceuta zu schwimmen. Berichten zufolge ertranken sie beim Versuch, das Ufer der Exklave zu erreichen. Die Behörden vor Ort befürchten, dass die Zahl der Todesopfer in den kommenden Stunden noch steigen könnte. Am Sonntag wurde die Anzahl toter Migranten auf 72 korrigiert.

Zusammenarbeit mit Marokko

Die Regierung in Madrid werde nun laut dem Innenministerium ihre Ressourcen aufstocken, «um die Sicherheit und die Kontrolle der Migration sowie die notwendige humanitäre Hilfe zu gewährleisten, damit auf See keine Menschenleben gefährdet werden».

Die Behörden in Marokko würden ausserdem mit denen in Spanien zusammenarbeiten, um die Krise zu bewältigen. Marokkanische Sicherheitskräfte hätten die Ankunft zahlreicher potenzieller Migranten verhindert. An der Grenze zu Ceuta werden laut spanischen Medienberichten Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um die Menschenmengen aufzulösen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez (54) und der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska (64) reisen am Freitag selbst nach Ceuta, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Kritik aus Italien

In Europa schaut man währenddessen mit Sorge auf die Situation in Ceuta. Magnus Brunner, Innenkommissar der Europäischen Union, versicherte Madrid, den Grenzschutz und die Küstenwache vor der Exklave zu verstärken, wie «El Pais» schreibt. So soll die Lage unter Kontrolle gebracht werden.

Kritik kommt derweil vor allem aus Rom. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) nannte die Situation in Ceuta «eine konkrete Bedrohung für die Sicherheit der europäischen Grenzen». Italien erwäge deswegen die Aussetzung des Schengen-Abkommens mit Spanien, schreibt Meloni in einem Beitrag auf der Plattform X.

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