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Busunglück in Italien:Video zeigt letzte Sekunden vor dem Absturz

Busunglück in Italien
Vierköpfige Familie starb bei Tragödie in Mestre

Bei einem heftigen Unfall mit einem Bus sind am Dienstagabend in Venedig mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen – darunter zwei Kinder. 15 weitere wurden verletzt. Blick informiert im Liveticker über die neuesten Entwicklungen.
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Das völlig zerstörte Fahrzeug nach dem Crash.
Foto: keystone-sda.ch

Schweres Bus-Unglück bei Venedig: Am Dienstagabend um zirka 19.45 Uhr kommt ein Bus von der Vempa-Überführung in Mestre ab, durchbricht das Geländer und stürzt etwa zehn Meter tief auf die darunter liegenden Bahngeleise. Er landet zwischen einem Lagerhaus und den Gleisen des Bahnhofs Mestre.

Der Elektro-Bus fängt unmittelbar nach dem Aufprall Feuer. Es sind grauenvolle Bilder: Die Insassen sind im Fahrzeug eingeschlossen – 21 Menschen sterben, darunter zwei Kinder! 15 weitere Personen werden beim Unglück verletzt, fünf davon schwer. Unter den Schwerverletzten soll auch ein vierjähriges Mädchen sein. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, schreibt der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, auf Facebook.

Zu den bereits identifizierten Opfern des Busunfalls in Mestre gehören fünf ukrainische Staatsbürger, ein Deutscher und der Fahrer des Fahrzeugs, Alberto R.* (40), ein Italiener aus der norditalienischen Provinz Treviso. Unter den weiteren Opfern sollen französische und kroatische Staatsbürger sein.

Gambischer Arbeiter wird zum Helden

Ein gambischer Arbeiter, der zum Zeitpunkt des Unfalls in einer Fabrik in der Nähe ist, eilt mit einem Kollegen zum brennenden Bus und hilft den ersten eintreffenden Feuerwehrleuten, die Passagiere aus dem Bus zu holen. Boubacar Toure sagt dem «Gazzettino»: «Ich habe ein kleines Mädchen gerettet.» Insgesamt habe er bei der Rettung von vier Personen helfen können.

«Ausser ihnen konnte ich auch einen kleinen Hund befreien», sagt der junge Mann. «Ich sah den Fahrer in der Kabine des Busses, aber er war bereits tot», berichtet Boubacar. Ein Feuerwehrmann habe ihm dann gesagt, dass sie an die Lebenden denken müssten. «Und so half ich ihm, diese Menschen herauszuholen und ins Freie zu bringen.»

Es gibt keine Bremsspuren

Der Kommandant der Stadtpolizei Venedig sagt vor Ort gegenüber Reportern, dass auf dem Asphalt keine Bremsspuren gefunden wurden – man gehe derzeit von einem medizinischen Problem des Chauffeurs als Ursache aus. Das sei aber nur eine Hypothese, auch Sekundenschlaf sei eine Möglichkeit. Der 40-jährige Mann am Steuer starb beim Unfall.

Laut «RAI» besteht aber auch die Möglichkeit, dass es vor dem Unfall zu einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug gekommen sei. Auch diese These werde derzeit geprüft. Träfe dies zu, wäre das beteiligte Fahrzeug von der Unfallstelle geflüchtet.

Der Schock in der Region ist riesig. Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, spricht von «vielen Toten». Es handle sich um eine «grosse Tragödie» und «apokalyptischen Szenen». Er habe umgehend nach dem Unglück eine Staatstrauer angeordnet, um den vielen Opfern zu gedenken. Auch Innenminister Matteo Piantedosi ist vom Ausmass des Unfalls schockiert: «Der Bus ist 30 Meter weit geflogen.»

Der Unfall hat sich im Stadtteil Mestre ereignet. Wie «Rai» berichtet, handelte es sich nicht wie zunächst angenommen um einen Linienbus, sondern um einen Reisebus. Dieser sei von einem Campingplatz in Marghera für seine Gäste gemietet worden. Demnach seien darin Touristen von Venedig zu einem Campingplatz in der Nähe von Mestre transportiert worden.

Bergung der Leichen schwierig

Die Feuerwehr schloss nach eigenen Angaben die Untersuchung des Innenraums des Fahrzeugs noch am Abend ab. Die Einsatzkräfte seien allerdings noch beschäftigt, zu prüfen, ob sich unter dem Buswrack noch Menschen befinden, hiess es. Schon kurz nach dem Unfall waren viele Einsatzkräfte mit mehreren Krankenwagen am Unfallort. Die Bahnlinie zwischen Mestre auf dem Festland und der berühmten Lagunenstadt Venedig wurde unterbrochen. Der Bus war in sich zusammengedrückt, deshalb hatten die Einsatzkräfte vor Ort Mühe, die Leichen zu bergen.

Wenige Minuten nach dem Unglück meldete sich auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu Wort und zeigte sich bestürzt: «Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden. Ich stehe in engem Kontakt mit Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro und Innenminister Matteo Piantedosi, um die Nachrichten über diese Tragödie zu verfolgen.» (nad/neo/dzc/SDA/AFP)

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