Darum gehts
- Jason Arday, jüngster schwarzer Professor in Cambridge, tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück
- Fast sein gesamter Lebenslauf, inklusive Doktortitel und Bücher, ist gefälscht
- Über 100 Passagen seiner Doktorarbeit wurden als abgeschrieben identifiziert
Erdbeben an der Elite-Uni Cambridge: Jason Arday (41), der jüngste schwarze Professor der 800-jährigen Unigeschichte, tritt per sofort zurück. Der Grund: Plagiatsvorwürfe! Doch der erschwindelte Doktortitel ist nur die Spitze des Eisbergs – fast sein ganzer Lebenslauf ist erlogen.
Ardays Geschichte war ein Vorzeigebeispiel für Erfolg gegen alle Widrigkeiten. Als Kind wurde bei ihm Autismus diagnostiziert. So habe er bis zu seinem elften Lebensjahr nicht gesprochen und erst mit 18 Jahren lesen und schreiben gelernt.
Lange Lügeliste
Kritik gab es schon lange. Doch nun wurde der Druck zu gross. Die Liste der Lügen, Halbwahrheiten und Übertreibungen ist lang, wie unter anderem die «Bild»-Zeitung berichtet.
- Arday soll mehr als 100 Passagen in seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben.
- Es gibt keine Hinweise, dass er seinen Mastern wie behauptet in «psychodynamischer Beratung» an der Uni Birkbeck machte.
- Angebliche Gastprofessuren in Schottland, Südafrika und den USA werden von den Unis bestritten.
- Der Titel «Honorarprofessor» der englischen Uni Durham war ebenfalls erfunden.
- Zwei angeblich veröffentlichte Bücher? Existieren gar nicht.
- Ausdauer-Märchen: Arday behauptete, in 35 Tagen 30 Marathons gelaufen zu sein. An anderer Stelle sprach er von knapp 1000 Kilometern in nur sechs Tagen.
- Mit den Läufen wollte er 5,5 Millionen Pfund für wohltätige Zwecke eingesammelt haben. Nun gab er zu, dass er die Spenden mit 100 weiteren Personen sammelte.
- Für mehrere rassistische Attacken, denen er angeblich ausgesetzt war, gibt es keine Hinweise, dass diese tatsächlich so stattfanden.
Arday gibt sich weiter kämpferisch. Der Rücktritt dürfe «nicht als Zustimmung zu den Erzählungen missverstanden werden, die mich umgeben», schreibt der Ex-Professor. «Es ist lediglich die Entscheidung eines Menschen, der an seine Grenzen gestossen ist.»