Kommt es in Deutschland zum Knall? SPD-Chef Lars Klingbeil (48), der im Kabinett Merz als Finanzminister tätig ist, hat bei einer Krisensitzung der Partei offenbar indirekt seinen Rücktritt angeboten. Dies berichtet «Table.Media». Klingbeil soll gesagt haben, wenn er das Problem sei, solle man das offen sagen. Es ist nicht bekannt, wie die Aussagen aufgenommen wurden.
Die SPD hat bei der Wahl in Rheinland-Pfalz, wo sie 35 Jahre lang regierte, eine schwere Niederlage erfahren. Ministerpräsident Alexander Schweitzer (52, SPD) wird von CDU-Kandidat Gordon Schnieder (50) abgelöst.
Was passiert als Nächstes in der SPD?
Klingbeil hatte einen Rücktritt am Wahlabend noch ausgeschlossen. «Ich ducke mich nicht weg», sagte Klingbeil. Beobachter gehen davon aus, dass Klingbeil nicht wirklich zurücktreten möchte. Der Schritt diene wohl eher dazu, sich durch ein gezieltes Manöver Rückendeckung zu holen.
Eine Pressekonferenz der SPD wurde nach der Niederlage abgesagt. Stattdessen folgte um 11.15 Uhr ein Statement der SPD-Chefs Klingbeil und Bas. Es sei ein katastrophaler Wahltag gewesen, sagte Klingbeil einleitend. Nun sei es an der Zeit über alle Fragen zu diskutieren – auch über die Personalfrage. Am nächsten Freitag soll es nun zum grossen SPD-Krisengipfel mit allen Beteiligten kommen. «Wir werden deutlich machen, wo wir stehen», sagte Bärbel Bas ergänzend. Besonders in der Wirtschaft wolle man Akzente setzen. «Wir wollen die SPD nicht mit Personalfragen lahmlegen.»
Die SPD hat bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz fast zehn Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2021 verloren. CDU und vor allem AfD konnten zulegen. Insgesamt ziehen nur vier Parteien in den Landtag ein. Die anderen scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.
Ergebnis der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026 im Überblick:
- CDU: 31,0 Prozent (+3,3)
- SPD: 25,9 Prozent (-9,8)
- AfD: 19,5 Prozent (+11,2)
- Grüne: 7,9 Prozent (-1,4)
- Linke: 4,4 Prozent (+1,9)
- Freie Wähler: 4,2 Prozent (-1,2)
- FDP: 2,1 Prozent (-3,4)
- BSW: 1,9 Prozent (1,9)