Darum gehts
- USA und Iran verhandeln seit Freitag im Oman, Spannung bleibt bestehen
- Iranischer Abgeordneter: Trump wollte «vorab vereinbarten Schlagabtausch» vorschlagen
- Nächste Verhandlungen zwischen USA und Iran für kommende Woche geplant
Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran ist zunehmend angespannt – nichtsdestotrotz bemüht man sich um diplomatische Lösungen. Nach den ersten Gesprächen seiner Delegation mit den amerikanischen Pendants im Oman erklärte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi am Freitag im iranischen Staatsfernsehen, der Austausch sei ein «guter Anfang» gewesen.
Der Ton schlug jedoch bereits wieder um. Am Sonntag erklärte Araghtschi bei einem Forum in Teheran, er zweifle die Seriosität der USA bezüglich der Verhandlungen an – die Vereinigten Staaten würden die Gespräche nicht ernst nehmen, so der Aussenminister. Auch Vorwürfe gegen die USA erheben sich: In einem Interview hat ein iranischer Abgeordneter erklärt, Trump habe einen «vorab vereinbarten Schlagabtausch» vorgeschlagen.
«Unsere Atombombe ist die Macht, den Grossmächten ‹Nein› zu sagen»
Dabei würden amerikanische Streitkräfte zuvor bestimmte Ziele angreifen, der Iran würde «symbolisch» zurückschlagen und der Konflikt würde als beendet angesehen werden. Der Abgeordnete warnte in dem Interview jedoch, eine Antwort auf US-Angriffe auf den Iran würden keineswegs «symbolisch» ausfallen.
Araghtschi betonte im Rahmen des Forums zudem, der Iran würde die Uran-Anreicherungen, die für den Bau von Atomwaffen nötig sind, nicht einstellen. Den USA sind die Anreicherungen seit jeher ein Dorn im Auge. Dass sein Land eine Bombe bauen wolle, verneint der iranische Aussenminister jedoch. «Sie fürchten unsere Atombombe, obwohl wir gar keine anstreben. Unsere Atombombe ist die Macht, den Grossmächten ‹Nein› zu sagen.»
Im Fokus der Gespräche steht die Forderung des Irans, die US-Zölle gegen das Land aufzuheben. Im Gegenzug soll der Iran «eine Reihe vertrauensbildender Massnahmen in Bezug auf das Atomprogramm» garantieren.
Einfach dürfte dieses Unterfangen für die USA nicht werden – Araghtschi machte klar: «Warum bestehen wir so sehr auf der Anreicherung und weigern uns, sie aufzugeben, selbst wenn uns ein Krieg aufgezwungen wird? Weil niemand das Recht hat, uns unser Verhalten vorzuschreiben.» Die nächsten Gespräche zwischen den beiden Parteien sind für kommende Woche angesagt.