Bereits am frühen Mittwochmorgen gab es verschiedene Proteste – so auch am Flughafen Zürich. Eine Gruppe von Klimaschützern, darunter auch Max Voegtli, hat die Strasse zum Flughafen blockiert. Die Polizei löste die Protestaktion rasch auf.
Die Aktion kommt nicht unerwartet: Die Klima-Aktivisten haben weltweite Störaktion auf den 27. Juli und darüber hinaus angekündigt. Nun haben sie an mehreren Flughäfen auf den Überraschungseffekt gesetzt. Doch das scheint nur der Anfang gewesen zu sein: «Es handelt sich dabei um eine internationale Protestwelle. Es wird weitere Proteste geben», sagt Raphael Voellmy von Drop Fossil Subsidies. In insgesamt zehn Ländern seien Aktionen geplant. Welche Schweizer Flughäfen dabei im Visier sind, lässt Voellmy offen.
Max Voegtli sorgte mit seiner Mexiko-Reise Ende Juni 2023 für mächtig Wirbel und rechtfertigte sich dann. Kaum war er wieder in der Schweiz angekommen, musste sich der Aktivist damals vor dem Bezirksgericht in Zürich verantworten.
Polizei verzeigt Teilnehmer
Die Aktivistinnen und Aktivisten waren Teil der Gruppierung Act Now!, die zu Extinction Rebellion gehört, sowie Drop Fossil Subsidies. Ihr Ziel war, «gegen eine Regierung zu protestieren, die angesichts der sich verschärfenden Klimakrise weiterhin untätig bleibt». Sie wurden von der Polizei verzeigt und weggewiesen.
Aktivisten der Klimaschutz-Gruppe Letzte Generation blockierten in den Morgenstunden zudem den Flughafen Köln/Bonn. Wie aus einem Schreiben hervorgeht, hätten mehrere Personen «in mehreren Kleingruppen den Maschendrahtzaun des Flughafens durchtrennt und sich, zum Teil mit Fahrrädern, in die Nähe von Start- und Landebahnen bewegt, um sich dort mit einem Sand-Klebstoff-Gemisch auf dem Asphalt zu befestigen».
Flugbetrieb stand zeitweise komplett still
Man brauche endlich «eine Wende», wird ein Aktivist in der Mitteilung weiter zitiert. «Flughäfen sind ein Ort, an dem deutlich wird: Was früher normal war, können wir uns heute nicht mehr leisten. Die Förderung und das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle muss aufhören», heisst es weiter.
Laut Kölner Polizei hatten sich drei Personen am Morgen festgeklebt, wie der «Kölner Stadt-Anzeiger» schreibt. Beamte sind vor Ort. Der Flugbetrieb stand vorübergehend komplett still, läuft unterdessen aber wieder langsam an. Trotzdem ist weiterhin mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen. Aufgrund der Blockade fiel der Eurowings-Flug, der um 8.05 Uhr von Zürich hätte abheben sollen, aus. Wie es mit der Abendverbindung aussieht, wird sich noch zeigen.
Auf einer Pressekonferenz um 10 Uhr sagt eine Sprecherin der Letzten Generation zu den Vorkommnissen am Kölner Flughafen: «Das heute war nur der Start. In den kommenden Wochen werden wir das wiederholen. In Deutschland, Europa und weltweit.» Anstatt auf die Protestaktion in Köln/Bonn einzugehen, referierten die fünf Teilnehmenden der Letzten Generation eine halbe Stunde lang über ihre politischen Forderungen. Erwähnt wurde unter anderem, dass man «Flugscham fühlen sollte», wenn man ins Flugzeug steigt. Denn die «Klimakrise» sei schon «zu weit fortgeschritten».
Zürich bereitet sich vor
Auch der Flughafen Zürich ist im Visier der Gruppierung. «Wir protestieren weltweit zusammen auf Flughäfen», heisst es etwa auf der Facebook-Seite der Aktivisten. «Wir protestieren ab dem 27. Juli bei Flughäfen, und zwar nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt. Von Kanada bis nach England, von der Schweiz bis nach den Niederlanden.» Auf weiteren Facebook-Beiträgen wird Zürich wiederholt erwähnt.
Der Flughafen Zürich hat Kenntnis von der Drohung – und ist vorbereitet, wie ein Sprecher gegenüber Blick versichert. «Wir als Flughafenbetreiberin haben einen Sicherheitsplan, in dem verschiedene Szenarien und mögliche Reaktionsfelder abgebildet sind.» Man sei im ständigen Austausch mit der Kantonspolizei Zürich. «Wir passen unsere Sicherheitsprozesse punktuell den aktuellen Begebenheiten an.» Die geplanten Störaktionen auf den zivilen Luftverkehr weltweit verurteilt der Sprecher: «Sie sind gesetzeswidrig, da sie die Sicherheit von Infrastruktur, Flugbetrieb und Menschenleben gefährden.»