650 Touristen gestrandet
Schweizer sitzen auf abgelegener Insel fest – jetzt beginnt die Evakuierung

Wegen einer Luftraumsperrung sind mehrere Hundert Touristen auf der Jemen-Insel Sokotra gestrandet. Unter ihnen sind auch Schweizer, wie das EDA bestätigt – Rückholaktionen gibt es aber nicht. Am Donnerstag wurden die ersten Reisenden ausgeflogen.
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Auf der Insel Sokotra gibt es ausgefallene Pflanzenarten.
Foto: IMAGO/Zoonar

Darum gehts

  • 650 Touristen, darunter Schweizer, sitzen auf Sokotra wegen Luftraumsperre fest
  • EDA rät von Reisen nach Jemen ab, keine Rückholaktion geplant
  • Sokotra beherbergt über ein Drittel einzigartiger Pflanzenarten weltweit
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Janine EnderliRedaktorin News

650 Touristen, darunter auch Schweizer, sitzen auf der abgelegenen Insel Sokotra im Indischen Ozean fest. Die gleichnamige Inselgruppe liegt südöstlich des Jemen und gehört politisch seit 2013 zu dem kriegsgeplagten Land. 

Dass auch einige Schweizer dort festsitzen, bestätigte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag gegenüber dem «Corriere del Ticino». Grund für die prekäre Lage: Der Luftraum über der Insel wurde wegen regionaler Spannungen zwischen Jemen, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien gesperrt. Sämtliche Rückflüge waren somit gestrichen.

Nun hat die Evakuierung der Gestrandeten nach Saudi-Arabien begonnen, berichten lokale Medien. Bis anhin wurden 180 Personen ausgeflogen – weitere Flüge sind geplant. Die Operationen wurden gemeinsam mit Yemenia Airways, lokalen Behörden, Saudi-Arabien und akkreditierten Botschaften im Jemen durchgeführt. 

Schweiz «in Kontakt» mit den betroffenen Personen

Die Touristen, darunter laut EDA «eine sehr kleine Anzahl» Schweizer, konnten die Insel zunächst nicht verlassen. «Die Schweizer Botschaft in Riad steht in Kontakt mit den betroffenen Personen», erklärte eine EDA-Sprecherin gegenüber der Zeitung. 

Sie betonte jedoch auch, dass das EDA in seinen Reisehinweisen ausdrücklich davon abrate, den Jemen oder die Insel Sokotra zu besuchen. Gemäss Artikel 43 des Auslandschweizergesetzes (ASG) werde es als «fahrlässig» eingestuft, wenn Personen Empfehlungen des Bundes ignorieren. Daher werde das EDA keine Rückholaktion für betroffene Schweizer Bürger organisieren.

«Galápagos des Indischen Ozeans»

Die Inselgruppe Sokotra, oft als «der fremdartigste Ort der Erde» bezeichnet, liegt etwa 350 Kilometer südlich der Arabischen Halbinsel. Das UNESCO-Weltkulturerbe zeichnet sich durch eine einzigartige Biodiversität aus: Über ein Drittel der 825 Pflanzenarten kommen nur hier vor.

Historisch blieb Sokotra mehr oder weniger von den Konflikten des jemenitischen Festlands verschont und wird wegen seiner unberührten Natur auch als «Galápagos des Indischen Ozeans» bezeichnet.

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