Darum gehts
- US-Präsident Donald Trump will Grönland «auf die eine oder andere Weise» übernehmen
- Grönland und Dänemark wehren sich, lehnen eine Übernahme strikt ab
- Kaufpreis für die Insel im Nordatlantik könnte bis zu 700 Milliarden Dollar betragen
Wissenschaftler und ehemalige Beamte haben im Rahmen der Bestrebungen von US-Präsident Donald Trump (79), Grönland in die USA einzuverleiben, eine Kostenschätzung erstellt. Dies berichtet der US-Sender NBC News. Um die Insel zu kaufen, würde ein Betrag von bis zu 700 Milliarden Dollar fällig, heisst es in Berufung auf drei mit der Kostenschätzung vertraute Personen, die nicht namentlich genannt werden.
Grönland ist ein halbautonomes Gebiet des Königreichs Dänemark. Offiziell steht die rund 2,2 Millionen Quadratmeter grosse Insel im Nordatlantik nicht zum Verkauf. Beamte aus Dänemark und Grönland weisen Trumps Bestrebungen zurück, Grönland «auf die eine oder andere Weise» zu übernehmen. Gemäss eines «hochrangigen Beamten» des Weissen Hauses sei Aussenminister Marco Rubio (54) angewiesen worden, in den kommenden Wochen einen Vorschlag zum Kauf Grönlands auszuarbeiten. Der Plan habe «hohe Priorität» für Trump.
«Fundamentale» Meinungsverschiedenheiten
Ein Gespräch in Washington zu dem Konflikt um Grönland ging am Mittwoch ohne eine Lösung zu Ende. Dem dänischen Aussenminister Lars Løkke Rasmussen (61) zufolge offenbarte das Treffen mit Rubio und US-Vizepräsident J. D. Vance (41) «fundamentale» Meinungsverschiedenheiten. Trump selber war beim Treffen nicht dabei. Eine offizielle Stellungnahme von US-Seite zu den Gesprächen vom Mittwoch liegt noch nicht vor.
Trump sagte am Sonntag gegenüber Journalisten, er würde gerne einen «Deal» mit den Grönländern machen. «Das ist einfacher. Aber wir werden Grönland so oder so bekommen.»
Grönland hatte schon vor dem Treffen in Washington klargemacht, die Insel wolle «nicht im Besitz der Vereinigten Staaten sein, von ihnen regiert werden oder Teil der Vereinigten Staaten sein», wie die Aussenministerin des halbautonomen Gebiets, Vivian Motzfeldt (53), sagte. «Wir entscheiden uns für das Grönland, das wir heute kennen – als Teil des Königreichs Dänemark.»