Darum gehts
- Alice (†11) starb in Genua nach Schwimmbadunfall
- Ihre Haare verfingen sich im Ansaugsystem, Rettung scheiterte trotz Defibrillator
- Ermittlungen zu Sicherheitsvorkehrungen im Schwimmbad laufen
Die kleine Alice (†11) aus Norditalien ist tot. Sie starb in der Nacht auf Freitag im Gaslini-Kinderspital in Genua, nachdem sie zwei Tage zuvor in einem Schwimmbad in Ligurien unter Wasser eingeklemmt worden war.
Das Unglück ereignete sich laut italienischen Medien in einem Beachclub, wo Alice mit ihrer Mutter, ihren Grosseltern und zwei jüngeren Brüdern Ferien machte. Ein anderes Kind schlug Alarm, als es bemerkte, dass Alice nicht mehr aus dem Wasser auftauchte. Ihre Haare hatten sich im Ansaugsystem eines Pools verfangen.
Bademeister und Helfer reanimierten Elfjährige
Sofort sprang ein Bademeister ins Wasser, schnitt ihre Haare mit einer Schere ab und zog das Mädchen an den Beckenrand. Doch Alice war bewusstlos. Helfer kämpften 45 Minuten lang um ihr Leben, setzten auch einen Defibrillator ein. Anschliessend wurde die Kleine per Helikopter nach Genua gebracht. Zwei Tage kämpfte sie um ihr Leben, doch dann erlag Alice ihren schweren Verletzungen.
Die Ermittlungen der zuständigen Behörden laufen. Pool und technische Anlagen werden geprüft und Zeugen befragt. Es geht um die Frage, ob Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden und welche Aufsichtspflichten bestanden.
Gefährlicher Unterdruck
Immer wieder kommt es zu solch tragischen Fällen in Pools. Vor drei Jahren hatte sich ebenfalls in Italien eine 12-Jährige mit den Haaren in einer Pool-Düse verfangen. Sie überlebte nur knapp und lag lange im Koma.
Der gefährliche Sog kann durch ein Vakuum entstehen. Wenn ein Körper oder Haare die Ansaugöffnung eines Schwimmbads komplett blockieren, läuft die starke Pumpe im Hintergrund weiter und saugt das restliche Wasser aus dem Rohr. Da kein Wasser mehr nachfliessen kann, entsteht im Bruchteil einer Sekunde ein massiver Unterdruck. Es braucht enorme Kraft, sich wieder zu lösen.