Iran fordert sofortige Freigabe von beschlagnahmten Frachter
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Die Beschlagnahmung des iranischen Frachters «Touska» durch das US-Militär am Sonntag verdeutlichte eine neue Stufe der Durchsetzung im Nahen Osten. Vom US-Militär veröffentlichte Aufnahmen zeigten, wie ein Lenkwaffenzerstörer auf das Schiff abgefeuert wurde und wie sich Marinesoldaten aus Helikoptern auf das Schiffsdeck abseilten. Der Iran hatte bereits mit Vergeltung gedroht, nun fordert Teheran die sofortige Freigabe des beschlagnahmten Frachters.
In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung forderte das iranische Aussenministerium die «sofortige Freilassung des iranischen Schiffes, seiner Seeleute, der Besatzung und ihrer Familien». Weiter wurde die Militär-Aktion der USA als «äusserst gefährlich» und «kriminell» bezeichnete. Es hiess, die Ladung habe einen Wert von «Millionen», ohne jedoch anzugeben, um welche Ladung es sich handelte. Es ist unklar, wie viele Personen sich an Bord des Schiffes befanden und ob es sich um Iraner handelt.
«Es ist auch klar, dass die volle Verantwortung für jede weitere Eskalation in der Region bei den Vereinigten Staaten liegt», schrieb das iranische Aussenministerium weiter in seiner Erklärung.
«Eine vollständige und totale Zerstörung der Nuklearanlagen im Iran»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Auf Truth Social zeigt sich US-Präsident Donald Trump wieder einmal voller Eigenlob für die Entwicklungen im Iran. «Die Operation Midnight Hammer war eine vollständige und totale Zerstörung der Nuklearanlagen im Iran. Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, diese wieder auszugraben», schrieb Trump. Damit bezieht sich der US-Präsident auf die US-Militärschläge gegen iranische Nuklearanlagen im Juni 2025. Den zweiten Satz fügte er mit Blick auf das angereicherte iranische Uran hinzu.
Zugleich griff Trump wiederholt die US-Medien wegen ihrer Berichterstattung über Iran-Angriffe an: «Fake News CNN und andere korrupte Mediennetzwerke und -plattformen versäumen es, unseren grossartigen Piloten die Anerkennung zu zollen, die sie verdienen – sie versuchen immer, sie herabzuwürdigen und zu verunglimpfen – LOSER!!!»
Bereits am Montag hatte der US-Präsident in einem Telefoninterview in der konservativen Radiosendung «The John Fredericks Show» betont, es sei das zentrale Ziel, dass der Iran nicht über Atomwaffen verfügen könne. In Hinblick auf Verhandlungen mit Teheran zeigte sich Trump drohend: «Nun, sie werden verhandeln, und wenn sie es nicht tun, werden sie Probleme erleben, wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben.»
Trump ergänzte: «Hoffentlich schliessen sie ein faires Abkommen und bauen ihr Land wieder auf.» Zugleich bedeute das für den Iran, dass sie «keine Atomwaffen besitzen werden».
Trump fährt mit drittem Flugzeugträger auf
Von Guido Felder, Auslandredaktor
Zwei sind schon in der Region, nun ist auch noch ein dritter Flugzeugträger Richtung Iran unterwegs. Die USS George H. W. Bush befindet zurzeit bei Madagaskar Richtung und wird voraussichtlich in den kommenden Tagen ihre Fahrt Richtung Norden aufnehmen.
Zurzeit unterstützt die USS Abraham Lincoln im Golf von Oman die US-Blockade der Strasse von Hormus. Die USS Gerald R. Ford liegt im nördlichen Roten Meer. Sie ist seit rund 300 Tagen im Einsatz, was rekordverdächtig ist.
Was haben die Amerikaner mit drei Flugzeugträger-Verbänden vor? Es ist klar, dass Trump gegenüber dem Iran Druck machen will. Erneut drohte er in einem Interview, falls die Mullahs nicht auf Verhandlungen eingehen sollten: «Wenn sie es nicht tun, werden sie Probleme erleben, wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben.»
Doch das Auffahren eines dritten Flugzeugträgers könnte auch andere Gründe haben. NBC News vermutet, dass die «Bush» wohl die «Ford» ablösen könnte, damit diese endlich nach Hause zurückkehren könnte. Die «Ford» ist das Flaggschiff der US-Marine. Was sie alles kann, liest du im Artikel von Daniel Macher.
Trumps Vize ist wohl doch nicht in Pakistan
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die Situation rund um die angeblichen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bleibt weiterhin unklar und verwirrend. Donald Trump (79) hatte am Montagnachmittag in einem Interview mit der «New York Post» verkündet, dass seine Delegation «in wenigen Stunden» in Pakistan eintreffen würde. Zu dieser Delegation gehöre unter anderem Vizepräsident J.D. Vance.
Eine anonyme Quelle berichtete der Nachrichtenagentur Reuters allerdings am Montagabend Schweizer Zeit, dass sich Vance noch gar nicht auf den Weg nach Pakistan gemacht haben soll. Er halte sich momentan immer noch in den Vereinigten Staaten auf.
Auch AP News konnte etwas beobachten, das sich mit den Aussagen der anonymen Quelle deckt. So soll die Autokolonne von Vance um 17 Uhr Schweizer Zeit im Weissen Haus eingetroffen sein. Das alles deutet darauf hin, dass der Vizepräsident nicht zu Gesprächen über den Irankrieg nach Islamabad aufgebrochen ist.
Vance führte die US-Delegation bei den gescheiterten Verhandlungen im Iran von vergangener Woche an. Mein Kollege Daniel Macher, hat diese erste Gesprächsrunde hier zusammengefasst.
Diplomat kündigt baldige Gespräche an
Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk
Wird es bald neue Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und vielleicht sogar einen Deal geben? Der frühere pakistanische Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jamil Khan, sagte gegenüber dem Sender Al Jazeera, die Kommunikation mit dem Iran und den USA sei intensiviert worden. Dies deutet gemäss dem Sender darauf hin, dass in Kürze neue Gespräche in Islamabad stattfinden dürften. «Die Dinge beschleunigen sich», so Khan. «In den kommenden 24 bis 48 Stunden werden die Probleme angegangen, und die iranische Delegation wird vor Ort sein.»
Weiter sagte der Diplomat gegenüber Al Jazeera, der Iran habe gefordert, dass der Libanon in den Waffenstillstand einbezogen werde und somit die Verhandlungen auch an den Krieg zwischen den USA, Israel und den Libanon knüpfe. US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran verkündet. Trotz Waffenruhe gehen jedoch die Angriffe im Südlibanon weiter.
Die Waffenruhe im Iran-Krieg ist faktisch keine mehr, schreibt meine Kollegin Chiara Schlenz in ihrer neusten Analyse zur Lage im Nahen Osten. Darin führt sie auch aus, warum die Zeichen immer wieder auf Eskalation stehen. Ihren Artikel liest du hier.
Trump: «Deal wird heute Abend unterzeichnet»
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Ist der Krieg im Iran nun doch bald vorbei? Fox-News-Moderatorin Maria Bartiromo behauptet in ihrer Sendung «Mornings with Maria», am Sonntag Kontakt mit Donald Trump gehabt zu haben. Der US-Präsident soll ihr gesagt haben, dass ein Abkommen mit dem Iran kurz bevorsteht. «Der Deal wird heute Abend unterzeichnet», so zitiert Bartiromo den Präsidenten in ihrer Sendung am Montagnachmittag Schweizer Zeit.
Offiziell ist allerdings noch gar nicht klar, ob die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran überhaupt stattfinden. In einem früheren Tickereintrag hat Blick eine Übersicht erstellt, wie sich die verschiedenen Parteien zu einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde geäussert haben.
Neue Gespräche zwischen USA und Iran?
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Finden jetzt neue Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran statt, oder nicht? Eigentlich hatte US-Präsident Donald Trump (79) angekündigt, dass die beiden Kriegsmächte ihre Gespräche in Pakistan fortsetzen würden. Ob es aber tatsächlich zu einer zweiten Verhandlungsrunde kommt, ist Stand Montagnachmittag völlig unklar. Hier eine Zusammenfassung, wie sich die verschiedenen Parteien zu möglichen Gesprächen geäussert haben:
USA
Donald Trump hatte am Sonntagabend neue Verhandlungen mit dem Iran angekündigt. «Wir bieten ein sehr faires und vernünftiges Angebot an, und ich hoffe, sie nehmen es an», hatte der US-Präsident dazu auf seiner Plattform Truth Social geschrieben.
In einem Interview mit der «New York Post» am Sonntag sagte Trump ausserdem, dass sein Sondergesandter Steve Witkoff nach Pakistan reisen werde. Auch sein Schwiegersohn Jared Kushner werde an den Verhandlungen beteiligt sein.
Trump zeigt sich auch am Montag überzeugt, dass die zweite Verhandlungsrunde stattfinden wird. Gegenüber der «New York Post» verkündete er am Montagnachmittag Schweizer Zeit, seine Delegation werde «in wenigen Stunden» in Pakistan landen.
Iran
Die iranischen Abgeordneten weigern sich währenddessen offiziell, an weiteren Gesprächen teilzunehmen. «Aktuell haben wir keine Pläne für eine weitere Verhandlungsrunde», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums am Montag. Das berichtete CNN. «Wir glauben nicht an Fristen oder Ultimaten, um die nationalen Interessen Irans zu sichern», fügte er hinzu.
Bereits am Sonntag hatten mehrere staatliche iranische Medien bestritten, dass die Islamische Republik an Trumps Verhandlungen teilnehmen wird. Die Nachrichtenagentur Irna meldet beispielsweise, der Iran würde die Gespräche aufgrund des ständigen Kurswechsels der USA zur Seeblockade der Strasse von Hormus sowie der aus iranischer Sicht «übertriebenen Forderungen» der Trump-Regierung boykottieren.
Pakistan
Trotz der unsicheren Situation bereitet Pakistan anscheinend das Treffen der beiden Kriegsparteien in Islamabad vor. Zwei anonyme pakistanische Quellen sagten zu AP News am Montag, die iranischen Behörden hätten ihre Bereitschaft bekundet, noch in dieser Woche eine Delegation zu einer zweiten Gesprächsrunde zu entsenden. Diese Aussage steht in totalem Widerspruch zu den offiziellen Äusserungen aus dem Iran.
Die Nachrichtenagentur berichtete ausserdem, der pakistanische Innenminister hätte am Montag sowohl zum Iran als auch zu den USA Kontakt aufgenommen. Beide Seiten hätten in diesen Gesprächen die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung betont, um die regionalen Spannungen abzubauen.
Iran reagiert auf Frachter-Attacke mit Drohnenangriffen
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Zum US-Angriff auf die M/V Touska kommen immer weitere Details ans Licht. Das US-Zentralkommando postet auf X ein Video, das zeigt, wie Marines sich auf das Frachtschiff abseilen. «Die Marines seilten sich am 19. April auf das unter iranischer Flagge fahrende Schiff ab, nachdem der Lenkflugkörperzerstörer USS Spruance Touskas Antrieb ausser Gefecht gesetzt hatte, als das Handelsschiff wiederholten Warnungen der US-Streitkräfte über einen Zeitraum von sechs Stunden nicht nachkam», heisst es dazu im Begleittext.
Die USS Spruance ist ein beeindruckendes Kriegswerkzeug, das für eine Milliarde Dollar gebaut wurde. Das Kriegsschiff ist fast 270 Meter lang.
Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Tasnim vermeldet unterdessen, dass iranische Streitkräfte auf die Frachter-Attacke mit Drohnenangriffen auf amerikanische Militärschiffe geantwortet hätten. Die Militäroperationen ordnet der iranische General Ahmad Vahidi (67) an, schrieb mein Kollege Daniel Kestenholz in der Nacht. Die neuerliche Eskalation dürfte dem Hardliner in die Hände spielen. Er greift aktuell nach der Macht im Iran.
Video-Aufnahmen zeigen US-Angriff auf iranisches Frachtschiff
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Die US-Zentralkommandozentrale Centcom bestätigt auf X, was zuvor Präsident Donald Trump meldete: Die US-Marine hat auf ein iranisch gekennzeichnetes Frachtschiff geschossen. Dieses hatte offenbar wiederholt Warnungen ignoriert und versucht, die US-Seeblockade vor Iran zu durchbrechen. Der Zerstörer fing die M/V Touska im Arabischen Meer ab, als sie mit hoher Geschwindigkeit in Richtung des iranischen Hafens von Bandar Abbas unterwegs war. Über einen Zeitraum von sechs Stunden habe es wiederholte Funkwarnungen gegeben – ohne Reaktion der Besatzung. Dann wurde mehrfach geschossen.
Weil die Besatzung nicht reagiert hatte, setzte die US-Marine gezielte Schüsse auf den Maschinenraum des Schiffes ab, das aus China kam. Der Frachter wurde manövrierunfähig und konnte gestoppt werden. Anschliessend gingen Einheiten der US Marines an Bord und übernahmen das Schiff, das sich nun in US-Gewahrsam befindet. Centcom betont, das Vorgehen sei «gezielt, professionell und verhältnismässig» gewesen – eine Formulierung, die die militärische Härte zugleich rechtlich legitimieren soll.
Nach US-Angaben wurden bereits 25 iranische Handelsschiffe zur Umkehr gezwungen oder zur Rückkehr in ihre Häfen verpflichtet. Der Vorfall mit der Touska zeigt dabei eine neue Stufe der Durchsetzung – nicht mehr nur Abschreckung oder Kontrolle, sondern aktive Ausschaltung von Schiffen, die die Blockade ignorieren. Das Eskalationsrisiko im Arabischen Meer steigt damit weiter. In einer ersten Reaktion schossen Ölpreise in die Höhe und legten um mehr als sieben Prozent zu. Am Freitag waren die Ölpreise noch um mehr als neun Prozent gefallen.
Iran kündigt Vergeltung an
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachters durch die USA spricht Teheran von «bewaffneter Piraterie» und kündigt Vergeltung an. Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte stellte laut iranischen Staatsmedien klar, man werde die Aktion nicht unbeantwortet lassen und «bald reagieren».
Parallel dazu verweigert der Iran eine weitere Teilnahme an geplanten Gesprächen mit Washington. Wie Reuters berichtet, haben zwei US-Cargomaschinen am Sonntag Material nach Pakistan gebracht, wo eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran stattfinden soll. Gespräche werden vorbereitet, die vielleicht nicht stattfinden.
Als Gründe nennt Teheran die anhaltende US-Blockade um den Iran und «exzessive Forderungen» der USA. Zugleich wird die wirtschaftliche Dimension betont: Entweder gelte ein freier Ölmarkt für alle – oder es drohten «hohe Kosten für alle Seiten», womit Teheran dem Weltmarkt droht. Iran verknüpft bewusst Diplomatie, Energiepolitik und militärische Drohungen miteinander, um den Druck auf die Gegenseite zu erhöhen.