Nach Äusserungen von Merz
Iran droht Deutschland mit «vernichtendem Schlag»

Nächste Eskalationsstufe? Der iranische Aussenminister droht Deutschland mit einem «vernichtenden Schlag», sollte der Konflikt mit den USA und Israel wieder eskalieren. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor den Iran scharf kritisiert.
Kommentieren
1/5
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi droht Deutschland mit einem «vernichtenden Schlag».
Foto: IMAGO/AA
Sandra_Marschner_Praktikantin News_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi (63) hat Deutschland mit einem «vernichtenden Schlag» gedroht. In einem Beitrag auf der Plattform X am Samstag warnte er, dass die iranischen Streitkräfte massive militärische Aktionen durchführen könnten, sollten die Kampfhandlungen im Nahen Osten wieder aufflammen. Dabei sprach Araghtschi von möglichen Schäden in Höhe von über 100 Milliarden Dollar (über 82 Milliarden Franken).

Mit seiner Aussage reagierte der iranische Aussenminister auf Äusserungen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz (70), der betont hatte, dass Deutschland ein grosses wirtschaftliches Interesse an einer schnellen Beendigung des Iran-Konflikts habe. Merz verwies auf die gestiegenen Energiepreise, die Europa bereits mehr als 100 Milliarden Euro gekostet hätten.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

«Rote Linien gehören der Vergangenheit an»

Daraufhin konterte Araghtschi nun: «100 Milliarden Euro sind nichts im Vergleich zu dem vernichtenden Schlag, den die mächtigen Streitkräfte des Iran gegen diejenigen austeilen werden, die es wagen, unserem Volk Schaden zuzufügen.» Araghtschi beendete seine Nachricht mit einer deutlichen Warnung: «Rote Linien gehören der Vergangenheit an.»

In seiner Nachricht kritisierte Araghtschi auch eine frühere Aussage von Merz. Der deutsche Kanzler hatte am 17. Juni 2025 während des G7-Gipfels in Kanada Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran mit den Worten begrüsst: «Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht – für uns alle.» Weiter lobte Merz damals den Mut der israelischen Armee und Regierung, gegen das iranische Regime vorzugehen. Für diese Äusserung erntete Merz viel Kritik und erklärte später, dass er sich anders hätte ausdrücken können.

«Sofortige, wirksame und geografisch uneingeschränkte Reaktion» bei Bedrohung

Auch der Oberste Führer des Irans, Modschtaba Chamenei (57), wandte sich wenig später per offizieller Medienmitteilung über Telegram mit einer Warnung an «feindlich» gesinnte Länder. «Sollten die Feinde militärische oder terroristische Angriffe wieder aufnehmen, werden die Streitkräfte der Islamischen Republik und die iranische Nation den Zeitpunkt und die Bedingungen für deren Beendigung bestimmen», hiess es in der Nachricht.

Chamenei hatte sich zuvor mit hochrangigen Befehlshabern der iranischen Streitkräfte getroffen und pries danach die «intelligente Kampfbereitschaft für eine kraftvolle Konfrontation mit den Feinden» als Voraussetzung für «maximale Abschreckung» an. Dabei warnte er, dass «jeder Art und jedem Ausmass von Bedrohung eine sofortige, wirksame und geografisch uneingeschränkte Reaktion folgen muss.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen