Darum gehts
- Mara Flávia Araújo (†38) ertrank beim Ironman Texas im Lake Woodlands
- Freiwilliger ertastete ihren Körper, konnte sie aber nicht retten
- Leiche nach drei Stunden aus drei Metern Tiefe geborgen
Die erfahrene Triathletin Mara Flávia Araújo (†38) inspirierte über 60'000 Follower auf Instagram. Am vergangenen Samstag startete sie den 226 Kilometer langen Ironman-Wettkampf in Texas. Doch die erste Disziplin — ein Freischwimmen im Lake Woodlands — sollte ihre letzte sein. Die Brasilianerin ertrank inmitten der anderen Teilnehmer.
Wie der Feuerwehrchef von Woodlands, Palmer Buck, gegenüber «Click2Houston» sagt, erhielten die Einsatzkräfte um 7.30 Uhr die Mitteilung, dass eine Schwimmerin vermisst werde. Gut eine Stunde nach dem Start des Wettbewerbs. Daraufhin suchten die Rettungskräfte umgehend den See ab. Die Suchaktion erwies sich jedoch als äusserst schwierig, weil die Sichtweite im trüben Wasser sehr begrenzt war und sich andere Schwimmer im Wasser aufhielten.
Ein Freiwilliger versuchte, sie zu retten
Wie Buck bestätigt, wurde der leblose Körper der Schwimmerin erst drei Stunden später aus drei Metern Tiefe geborgen. Die anderen Teilnehmer, die zuvor mit Flávia Araújo schwammen, sind schockiert über den Unfall. Ein freiwilliger Helfer, der versuchte, sie aus dem Wasser zu ziehen, ertastete ihren Körper kurzzeitig noch mit seinem Fuss. Was danach kam, teilte er in einem emotionalen Post auf Facebook. «Sie war weg. Ich weiss nicht, wie ich das beschreiben soll.» Er habe wieder und wieder versucht, sie zu erreichen, aber es gelang ihm nicht.
Wetterbedingungen müssen überwacht werden
Ironman-Rennen verlangen sportliche Höchstleistungen und bringen immer ein gewisses Risiko mit sich. In der Schweiz gibt es den Ironman bereits seit 1997. Nachdem er 23 Jahre lang in Zürich durchgeführt worden war, zügelte der Wettbewerb 2020 nach Thun.
Auch hier schwimmen die Sportler im Thunersee eine erste Strecke von 3,8 Kilometern. Die darauffolgenden 180,2 Kilometer werden mit dem Velo zurückgelegt und als letzte Disziplin folgt noch eine 42,2 Kilometer lange Laufstrecke – ein Marathon zum Abschluss also. Wettkämpfe, die im Freien stattfinden, sind immer besonders anspruchsvoll, weil man nie genau sagen kann, wie die Bedingungen am Veranstaltungstag sind.
Falls die äusseren Umstände ein zu hohes Risiko bedeuten, müssen die Organisatoren eingreifen. So auch 2013 in Zürich. Durch Dauerregen ausgelöst, versperrte ein Erdrutsch die Radstrecke zwischen Schmerikon und Bollingen. Zudem wurde die Schwimmstrecke wegen tiefer Wassertemperaturen halbiert. Letztendlich erklärte die Polizei den Wettbewerb für vorzeitig beendet. Auch bei der Erstausgabe in Thun musste die Schwimmstrecke aus technischen Gründen auf drei Kilometer verkürzt werden.