Darum gehts
- Polizisten in Glitzer-Kostümen fassen Drogendealer bei Strassenfest in Thailand
- Beamte stellten 53 Meth-Pillen, 211 Beutel und Handy sicher
- Vorfallfoto geht viral – wurde aber mit KI generiert.
[Dieser Artikel vom 26. Mai 2026 wurde mit neuen Infos upgedatet]
Die Geschichte tönt und ist toll: Um einen berüchtigten Drogendealer zu fassen, schmiedete eine Gruppe vorwiegend männlicher Polizisten einen kreativen Plan. Fünf Beamte und eine Polizistin schlüpften in Glitzer-Kostüme, mischten sich unter die Feiernden und warteten auf den richtigen Moment, wie mehrere lokale Medien berichteten. Trotz interner Skepsis wurde die Aktion letztlich vom leitenden Ermittler abgesegnet – und belohnt. «Ich wollte eigentlich nicht mitmachen, das kostet nur unnötig Geld für die Ausrüstung», sagte er später.
Jetzt wirds aber problematisch: Um die Story zu illustrieren, stellte die Polizei ein Bild der Beamten in Frauenkostümen auf Facebook. Natürlich ging das Bild viral. Wie sich nun aber herausstellte, wurde dieses Bild mit künstlicher Intelligenz generiert – und zwar von der Polizei selbst.
«Ich wollte ein freundlicheres Bild der Polizei zeichnen, eine liebenswerte und humorvolle Seite zeigen, damit sich die Menschen wohler fühlen, wenn sie auf Polizisten zugehen», sagte Polizeisergeant Rachata Mitrsuripong, der Administrator der Facebook-Seite, diese Woche gegenüber AFP.
Also kurz gesagt: Story stimmt, Bild ist fake. Auch Blick ist im ersten Moment darauf reingefallen.
Eine tiefere Überprüfung durch Blick mit dem Tool SynthID hat im Nachhinein ergeben, dass die Polizei das Foto mit der Google-KI erstellt hat.
Mittlerweile hat die Thai-Polizei auch das echte Foto veröffentlicht. Es zeigt die Polizisten in «normalen» Männerkleidern.
Immerhin zahlte sich die Polizeiaktion aus: Dank ihrer Verkleidung gelang es den Beamten, sich dem Verdächtigen unauffällig zu nähern. Im entscheidenden Moment griffen die Undercover-Cops zu und nahmen den Mann, der unter anderem mit der gefährlichen Droge Crystal Meth dealen soll, fest.
Die Einsatzkräfte stellten 53 Meth-Pillen, 211 kleine Druckverschlussbeutel und ein Mobiltelefon sicher. Zudem soll der Mann in illegale Online-Glücksspiele verwickelt gewesen sein. Der Einsatz der Polizei wurde danach mit einem Facebook-Post dokumentiert: Für die Meldung nutzte die Polizei jedoch ein KI-Foto, auf dem die Beamten in voller Glitzer-Montur zu sehen sind und ihren Erfolg präsentierten. Der mutmassliche Dealer sitzt gefesselt vor ihnen.
Fazit
Blick tut es natürlich leid, dass wir im ersten Moment auf das Fake-Foto reingefallen sind. Der Umgang mit KI in der Redaktion ist klar geregelt und die Mitarbeiter werden regelmässig geschult. Aus diesem Fall nehmen wir für die Zukunft mit, dass man auch offiziellen Polizeibildern nicht immer trauen darf.