Ein grausamer Fall von Kindesmisshandlung erschüttert Kalifornien: Ein Ehepaar aus Arcadia, einem Vorort von Los Angeles, wurde am Dienstag wegen schwerer Vorwürfe festgenommen. Laut Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft hat das Paar mindestens 14 Kinder, darunter Babys im Alter von zwei Monaten, die durch Leihmutterschaft geboren wurden, in ihrer Villa systematisch misshandelt, heisst es in einer Medienmitteilung der Bezirksstaatsanwaltschaft des Los Angeles County.
Der 66-jährige Guojun X.* und seine 39-jährige Ehefrau Silvia Z.* betrieben eine Leihmutter-Agentur. Zahlreiche Kinder behielten sie jedoch für sich selbst in ihrer Luxusvilla. «Das Haus des Grauens», wie Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman es an einer Pressekonferenz nannte, war mit 32 Überwachungskameras ausgestattet. Diese hielten schockierende Szenen fest.
Gewalt zur Disziplinierung eingesetzt
Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Kinder von insgesamt sechs Kindermädchen geohrfeigt, getreten oder auch mit Stöcken und Schuhen geschlagen werden. Die Kindermädchen wurden offenbar von den beiden Angeklagten angewiesen, Gewalt zur Disziplinierung einzusetzen.
Die Ermittlungen begannen bereits 2025, als ein Säugling mit schweren Kopfverletzungen ins Spital gebracht wurde. Das Ehepaar behauptete, es sei aus dem Bett gefallen, doch Ärzte vermuteten Kindesmisshandlung. Damals wurden 15 Kleinkinder aus der Villa gerettet und der Jugendbehörde übergeben. Die Polizei nahm das Paar vorübergehend fest. Doch erst jetzt wurde Anklage erhoben. Zudem wurde eines der Kindermädchen, Chunmei L.*, wegen Körperverletzung angezeigt. Die Frau ist jedoch flüchtig.
Bei einer Verurteilung drohen Guojun X. bis zu 17 Jahre und vier Monate Haft, Silvia Z. bis zu elf Jahre und acht Monate und Chunmei L. bis zu zwölf Jahre Haft, schreibt die Bezirksstaatsanwaltschaft.
Weiteres «Horror-Haus» in Kalifornien
Der entsetzliche Misshandlungsfall erinnert an ein weiteres «Horror-Haus» in Kalifornien. Das Ehepaar David und Louise Turpin hielt seine 13 biologischen Kinder (im Alter von 2 bis 29 Jahren) über Jahre hinweg in ihrem Haus in vollständiger Isolation gefangen, fesselte sie teils an Betten, verwehrte ihnen Nahrung sowie Hygiene und quälte sie systematisch.
Im Januar 2018 kam es zum Wendepunkt. Der damals 17-jährigen Tochter Jordan Turpin gelang die Flucht durch ein Fenster. Sie verständigte die Polizei mit einem alten Notfall-Handy. Die Beamten hielten sie aufgrund extremer Mangelernährung zunächst für ein 10-jähriges Kind. 2019 wurde das Ehepaar wegen Folter, Kindesmisshandlung und Freiheitsberaubung zu lebenslanger Haft verurteilt.
*Namen bekannt