Darum gehts
- EU-Kommission postet Meme gegen Propaganda, erntet jedoch Spott und Kritik
- Nutzer posten echte Fotos, zeigen Missstände in Paris und Brüssel
- User werfen EU-Behörde Realtätsverweigerung vor
Die EU-Kommission wollte vor Propaganda warnen. Stattdessen hat sie eine Debatte losgetreten, die heftig zurückfeuert.
Ein Post der EU-Kommission auf X zeigt ein Paris-Vorher-Nachher: Oben der romantische Boulevard mit Eiffelturm. Unten dieselbe Strasse – verwahrlost, verrammelt, mit Schildern wie «Hohe Steuern», «Überregulierung», «Brain Drain» und «Einst grossartig. Jetzt ignoriert.» Dazu ein Meme-Typ mit Aluhut und Sonnenbrille, der plötzlich den «wahren» Zustand Europas erkennt.
Brüssels Botschaft: Das ist alles Lüge. Böse Narrative. Digitale Stimmungsmache.
Die Reaktion der Nutzer: Schallendes Gelächter – und echte Wut. Zuhauf Fotos werden als Antwort gepostet, die die wahren, ungeschönten Zustände zeigen – verwahrloste Obdachlosencamps in Paris und Brüssel. Ein User kommentiert trocken: «Ihr habt den Bezug zur europäischen Öffentlichkeit völlig verloren.»
Vertrauens- und Realitätsverlust?
Die Frage, die sich bei Usern aufdrängt, scheint simpel: Sind hohe Steuern, Regulierungsflut, Wachstumsschwäche und Braindrain wirklich bloss Propaganda? Oder beschreibt das Meme genau das, was Millionen Europäer längst selbst erleben?
Selbst Mario Draghi (78), Ex-EZB-Chef und alles andere als ein Populist, warnte letztes Jahr: Europa verliert den Anschluss.
Brüssel nennt Kritik Desinformation. Bürger auf X nennen das Realitätsverweigerung. Die EU kämpft um Vertrauen. Und verliert es gerade live auf X vor aller Augen.