Haft nicht angetreten
Deutscher Neonazi auf der Flucht – als Frau oder als Mann?

Ein bekannter deutscher Neonazi liess nach einer Verurteilung sein Geschlecht ändern, um in den Frauenknast zu kommen. Er trat seine Haftstrafe jedoch nicht an, weshalb jetzt nach ihm gefahndet wird.
Publiziert: 30.08.2025 um 17:23 Uhr
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Aktualisiert: 30.08.2025 um 18:15 Uhr
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So trat Liebich als Frau mit dem Namen Marla-Svenja Liebich auf.
Foto: picture alliance/dpa

Darum gehts

  • Rechtsextremer missbraucht Gesetz zur Geschlechtsänderung
  • Polizei sucht Sven Liebich, der sich als Frau umdeklarieren liess
  • Liebich wurde zu 18 Monaten Haft wegen Volksverhetzung verurteilt
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Fabrice ObristRedaktor News

Immer wieder war Sven Liebich (53) in der Vergangenheit auf rechtsextremen Demonstrationen unterwegs. Dabei machte er vor allem gegen «Gender-Gaga», «Woke-Wahnsinn» und linksgrüne Ideologie Stimmung.

Der Neonazi wurde kürzlich wegen Volksverhetzung zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Dann kam der 53-Jährige auf eine Idee: Dank eines neuen «Selbstbestimmungsgesetzes» kann man in Deutschland schnell und einfach das Geschlecht ändern. Und so liess sich der Deutsche kurzerhand als Frau umdeklarieren. Sein neuer Name: Marla-Svenja Liebich.

«In ein Drittland abgesetzt»

Wegen der Geschlechtsänderung musste der deutsche Staat Liebich nun in einem Frauenknast unterbringen. Aufgrund der Sensation des Falls standen bei seinem Haftantritt in Chemitz dann Journalisten, Rechtsextreme und Polizei bereit. Nur Marla-Svenja Liebich blieb der Vollzugsanstalt fern.

Die Polizei bestätigt jetzt gegenüber «Bild», dass der Rechtsextreme abgetaucht ist. Ein Sprecher der Polizei bezog sich auf eine Sprachnachricht auf Telegram und erklärte: «Darin wird mitgeteilt, dass die Person, die die Haft antreten sollte, sich unpässlich fühlt und in ein Drittland abgesetzt hat.»

«Suchen die Person – egal, wie sie aussieht»

Auf seinem X-Account schrieb Liebich später spöttisch: «Liebesgrüsse aus Moskau». Die Polizei fahndet nach ihm – als Frau und als Mann. Oberstaatsanwalt Dennis Cernota (47) erklärte: «So blöd sind wir nicht. Wir suchen die Person – egal, wie sie aussieht.»

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Sogar der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (55) hat sich jetzt zum Fall geäussert. «Der Fall Liebich zeigt, wie simpel das Selbstbestimmungsgesetz missbraucht werden kann, um Öffentlichkeit, Justiz und Politik auf der Nase rumzutanzen. Wer will denn so etwas gutheissen? Ich tue es jedenfalls nicht!» Er will nun gegen den Missbrauch des Gesetzes vorgehen.

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