Darum gehts
- Am Sonntag wurden in Gloucestershire Häuser wegen Sprengstoffverdachts evakuiert.
- Fünf Männer planten mutmasslich Autobomben-Anschlag auf RAF-Stützpunkt Fairford.
- Gefunden: Brandvorrichtungen, Chemikalien; Fairford auf höchste Alarmstufe gesetzt
In letztem Moment wurde vermutlich ein Bombenanschlag vereitelt: Am Sonntagmorgen wurden in einem Dorf in der englischen Grafschaft Gloucestershire zahlreiche Häuser evakuiert. Der Grund: Im Gebiet nahe des Luftwaffenstützpunkts Fairford, auf dem auch US-Streitkräfte platziert sind, herrschte Sprengstoffverdacht.
Im Zusammenhang mit dem Vorfall berichtet die BBC unter Berufung auf die örtliche Polizei, dass mehrere Männer festgenommen und eine Reihe von Fahrzeugen durchsucht wurden. Neben einem Spezialteam der Armee standen auch Einsatzkräfte der Anti-Terror-Polizei im Einsatz.
Der gefundene Sprengstoff soll nicht funktionsfähig gewesen sein. Das berichtet die britische Zeitung «Sun» am Montagabend. Die Polizei betone dennoch, dass die Ermittlungen weitergehen und noch nicht abgeschlossen sind.
Planten sie Autobomben-Anschlag?
Später erklärte die Polizei, dass sie fünf Männer festgenommen hat. Sie sollen mutmasslich einen Autobomben-Anschlag auf den Militärstützpunkt geplant haben, wie «Daily Mail» berichtet. Die Zeitung schrieb später, dass sämtliche Verdächtigen gegen Kaution wieder freigelassen wurden
Besonders brisant: Die Basis RAF Fairford wurde von den USA offenbar auch für Angriffe gegen den Iran genutzt. Der «Telegraph» schreibt weiter, dass die Ermittler deshalb auch eine Verbindung zu iranischen Gruppierungen untersuchen.
Verdächtige sind 20-jährige Briten
Die Polizei soll mehrere mögliche Motive prüfen, darunter eine russische Sabotageaktion oder ein islamistischer Komplott. Ein mit dem Iran in Verbindung stehendes Motiv wird derzeit jedoch als am wahrscheinlichsten angesehen, schreibt die Zeitung.
Am Montag gab die Polizei bekannt, dass es sich bei den Festgenommenen um britische Staatsangehörige aus London im Alter von etwa 20 Jahren handelt.
Trump: «Wir hatten sie schon lange im Blick»
Quellen, die mit den Ermittlungen vertraut sind, sagen, dass iranische Agenten wahrscheinlich selbst direkt an dem mutmasslichen Komplott beteiligt waren, anstatt über Mittelsmänner zu agieren.
Mittlerweile hat sich auch US-Präsident Donald Trump zu Wort gemeldet. Er bezeichnete den Einsatz der Anti-Terror-Polizei als «fantastisch». Er sagte: «Die Zusammenarbeit mit Grossbritannien war grossartig. Wir hatten sie im Visier – sie wollten unserer Festung grossen Schaden zufügen und die Zusammenarbeit mit den Briten hat hervorragend funktioniert. Wir hatten sie schon seit langer Zeit im Blick.»
Der RAF-Stützpunkt Fairford wurde Berichten zufolge in die «Delta-Alarmstufe» versetzt, die höchste vom US-Verteidigungsministerium verwendete Gefahrenstufe.
Festgenommene mit nacktem Oberkörper – trugen sie Sprengstoff-Gürtel?
Ein besorgter Anrufer meldete der Polizei am frühen Sonntagmorgen, dass sich mehrere Männer im Bereich der Basis «verdächtig» verhalten würden.
Bilder der «Daily Mail» zeigen die festgenommene Gruppe, wie sie mit Handschellen gefesselt und mit nacktem Oberkörper auf der Strasse sitzt. In einem der Lieferwagen wurden laut Polizei funktionsfähige Brandvorrichtungen und Chemikalien gefunden. Mit diesen wollten sie offenbar auf den Luftwaffenstützpunkt gelangen.
«Ich dachte nur: ‹Was zum Teufel machen die da?›»
Eine Landwirtin war spätabends noch auf einer ruhigen Landstrasse unterwegs, als ihr die Fahrzeuge aufgefallen seien, schilderte sie gegenüber dem «Telegraph». Sie wählte den Notruf zu schickte eine Nachricht an eine lokale WhatsApp-Gruppe, um ihre Bekannten zu warnen und ihnen zu raten, die Türen abzuschliessen.
«Ich dachte nur: ‹Was zum Teufel machen die da?› Ich sah eine Gruppe junger Männer mit nahöstlichem Aussehen, die durch die Bäume davonliefen. Einige von ihnen trugen Masken oder Sturmhauben, und sie liefen in alle Richtungen auseinander, als wir an ihnen vorbeifuhren», führte die Landwirtin aus.
Die Landwirtin hätte sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmte, erklärte sie gegenüber der Zeitung. Bereits in der vergangenen Woche seien die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Luftwaffenstützpunkt schon deutlich verstärkt worden, so die Augenzeugin. Sie sagte: «Wir ahnten schon, dass etwas im Gange war, da dort bis Anfang dieser Woche B1-Bomber stationiert waren, die dann verlegt wurden. Und dann fingen sie plötzlich an, die Zufahrten zum Luftwaffenstützpunkt zu blockieren.»