Geschäfte in Belarus
Polizei nimmt AfD-Politiker bei Parlamentssitzung fest

Die Immunität des AfD-Abgeordneten Jörg Dornau wurde in Sachsen aufgehoben. Ermittelt wird wegen eines Verstosses gegen das Aussenwirtschaftsgesetz. Einsatzkräfte durchsuchten am Mittwoch seine Wohn- und Geschäftsräume.
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Mit diesem Plakat warb Dornau 2024 für die Landtagswahlen.
Foto: imago/Dirk Sattler
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Gegen einen Parlamentarier der rechtspopulistischen Partei AfD im sächsischen Landtag, Jörg Dornau, wird zum wiederholten Mal wegen seiner Firma in Belarus ermittelt.

Konkret geht es um den Vorwurf eines Verstosses gegen das Aussenwirtschaftsgesetz. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Leipzig und des Zollfahndungsamts Dresden wird ihm vorgeworfen, in einer Zollanmeldung im August 2022 unzutreffend Kasachstan als Bestimmungsland für einen Teleskoplader angegeben zu haben, um das Ausfuhrverbot nach Belarus zu verschleiern.

Dornau ist Chef eines Agrarbetriebs in Belarus. Das sächsische Parlament – der Landtag – hob am Vormittag die Immunität des Abgeordneten auf. Ein Saaldiener führte ihn aus dem Saal. Parallel wurden Wohn- und Geschäftsräume des Abgeordneten durch Einsatzkräfte des Zollfahndungsamts durchsucht.

AfD-Chef: Ermittlungen «politisch motiviert»

AfD-Fraktionschef Jörg Urban äusserte im Plenum die Vermutung, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Dornau und die Hausdurchsuchung «politisch motiviert sind, um unseren Abgeordneten zu beschädigen». Dornau wurde für eine Stellungnahme angefragt, seine Antwort stand zunächst aus.

Gegen Dornau war schon einmal in einer anderen Sache ermittelt worden. Er stand im Verdacht, im Betrieb in Belarus politische Gefangene beschäftigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete seinerzeit ein Ermittlungsverfahren ein. Bei einer umfassenden Prüfung sei «kein Anfangsverdacht hinsichtlich in Deutschland verfolgbarer Straftaten» festgestellt worden, teilte die Behörde später mit.

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