«Gebe Zusammenarbeit nicht auf»
Merz äussert sich zu Trump-Zoff

5000 Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden – dies, weil Donald Trump nach Aussagen von Friedrich Merz bezüglich des Iran-Kriegs hässig sein soll. In einem Interview zeichnete der deutsche Bundeskanzler nun aber ein anderes Bild.
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Merz hält in einem Interview zu Trump.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • USA ziehen mehr Truppen aus Deutschland ab als geplant, so Trump
  • Merz betont: Kein Zusammenhang mit Iran-Streit, USA wichtigster Partner
  • Zahl der in Deutschland stationierte US-Soldaten sinkt auf rund 39'000
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Die USA wollen mehr Soldaten aus Deutschland abziehen als ursprünglich geplant. Statt den angekündigten 5000 sollen es deutlich mehr werden, wie US-Präsident Donald Trump am Samstag in Florida sagte. «Wir werden massiv abbauen», erklärte er. Deutschland bleibt mit rund 39'000 stationierten Soldaten zwar weiterhin der grösste US-Militärstützpunkt in Europa, doch der geplante Abzug sorgt für Diskussionen.

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht die Lage jedoch entspannt. «Es wird vielleicht ein bisschen zugespitzt, aber neu ist es nicht», sagte er am Sonntag in der ARD-Sendung «Caren Miosga». Der CDU-Politiker betonte, dass es sich um ein zeitlich begrenztes Kontingent handle, das bereits unter Ex-Präsident Joe Biden stationiert wurde. Über den Abzug werde «seit längerer Zeit gesprochen».

«Amerikaner für uns die wichtigsten Partner»

Einen Zusammenhang mit seinem Streit mit Trump über den Iran-Krieg wies Merz entschieden zurück. «Es gibt keinen Zusammenhang», stellte er klar. Auch an der nuklearen Abschreckung der Nato gebe es keine Zweifel. «Es gibt keine Einschränkung der amerikanischen Zusage der nuklearen Abschreckung des Nato-Gebietes», so der Kanzler. «Da gibt es auch an keiner Stelle Zweifel.»

Trotz Meinungsverschiedenheiten mit Trump sieht Merz die USA weiterhin als wichtigsten Partner Deutschlands im Nordatlantischen Bündnis. «Meine Überzeugung bleibt, dass die Amerikaner für uns die wichtigsten Partner sind.» Die Zusammenarbeit mit Trump gebe er «nicht auf».

Gleichzeitig verteidigte er seine Kritik an der Iran-Strategie und bekräftigte, dass der Iran die USA «gedemütigt» habe. Merz machte deutlich, dass er Trump unmissverständlich darauf hingewiesen habe: «Wenn du willst, dass wir dir bei einem solchen Konflikt helfen, dann ruf uns vorher an.»

Ein weiterer Streitpunkt: Die von Biden einst zugesagten Tomahawk-Marschflugkörper werden vorerst nicht nach Deutschland geliefert. «Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug», erklärte Merz. Dennoch bleibt er optimistisch: «Der Zug ist nicht abgefahren.» Laut «Welt» bleibt Deutschland ein zentraler Partner für die USA, auch wenn der Abzug der Truppen ein Signal für eine strategische Neuausrichtung sein könnte.

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