Darum gehts
- Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Chocó, Kolumbien, Epizentrum bei San José del Palmar
- Mehrere Menschen verletzt, einige in Gebäuden eingeschlossen, Schäden an Gebäuden
- Erdbebentiefe 82 Kilometer, Präsident leitet Notfallmassnahmen und reist ins Gebiet
Am Montagmorgen (Ortszeit) erschütterte ein starkes Erdbeben Kolumbien: Laut einem vorläufigen Bericht des kolumbianischen geologischen Diensts (SGC) hatte das Beben eine Stärke von 7,4. Das Europäisch-Mediterrane Seismologische Zentrum (EMSC) gab die Stärke zunächst mit 7,2 an. Mindestens 240 Menschen starben.
Das Epizentrum lag laut ersten Meldungen im Westen des Landes in San José del Palmar in einer Tiefe von 82 Kilometern. Das Beben war in verschiedenen Regionen des Landes spürbar und führte zu Meldungen von Bürgern aus verschiedenen Gebieten.
«Es war sehr stark»
Auch Blick-Leser Florian (44) hat das Beben miterlebt. Der Schweizer lebt bereits seit 20 Jahren in der kolumbianischen Stadt Medellín. «Wir wurden durch die Erschütterungen geweckt», erzählt er im Gespräch mit Blick. «Es hat geschüttelt, und es war wirklich sehr stark.» Das Beben dauerte sicherlich eine Minute lang, erzählt der Zürcher, der mit seiner Tochter in der Metropole lebt. In Medellín selbst seien die Auswirkungen des Bebens überschaubar.
Getroffen habe es vor allem die Regionen Pereira und Cali im Zentrum des Landes. «Dort ist es wirklich schlimm.» Laut dem 44-Jährigen werden weitere Nachbeben erwartet. Zudem sei in mehreren Städten des Landes der öffentliche Verkehr zum Erliegen gekommen.
Verletzte und eingeschlossene Menschen
In den sozialen Medien kursieren erste Videos, die zeigen, wie ganze Gebäude einstürzen. Insgesamt liegt die Anzahl der Toten mittlerweile bei mindestens 240. Mehr als 1300 weitere Menschen wurden verletzt. Viele Menschen werden vermisst oder sind eingeschlossen. Auch mehrere Kinder sollen sich unter den Trümmern befinden.
Jetzt beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um Überlebende unter den Trümmern zu finden. Verletzte benötigen medizinische Versorgung. Tausende Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf und lebensnotwendige Güter. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) erklärt in einer Medienmitteilung vom Dienstag die Bereitschaft, die Nothilfe des lokalen Roten Kreuzes mit Hilfsgeldern und Fachpersonal zu unterstützen. Vor Ort führe das Kolumbianische Rote Kreuz (KRK) Such- und Rettungseinsätze durch. Tausende freiwillige Helferinnen und Helfer des KRK stünden für die Betroffenen im Einsatz.
Der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espiriella hat Notfallmassnahmen eingeleitet, das Kommando hat er selbst übernommen. Er möchte selbst ins Krisengebiet reisen und sich einen Überblick vor Ort verschaffen.