Die amerikanische Mondmission Artemis II ist in der Nacht auf Dienstag in die entscheidende Phase getreten. Um 00.43 Uhr Schweizer Zeit ist die Sonde hinter dem Mond verschwunden und hat eine Rekord-Entfernung von 406'780 Kilometern von der Erde erreicht. Der Funkkontakt war für 40 Minuten abgebrochen.
Es wurde eifrig fotografiert und gescannt. Die Crew suchte auch nach Lichtblitzen, die beim Aufprall von Weltraumgestein auf den Mond entstehen, und nach Staub, der während des Erdaufgangs über dem Mondrand schwebt. Es ist ein mysteriöses Phänomen, das die Wissenschaftler noch nicht vollständig verstehen. Die Daten sind wichtig für die weitere Erforschung des Alls. Der Mond soll für bemannte Missionen – etwa zum Mars – als Zwischenstation dienen.
Astronautin Christina Koch war die Erste, die sich nach dem Funkausfall wieder aus der Sonde meldete: «Es ist so schön, wieder von der Erde zu hören.» Die Crew macht sich mit ihren Beobachtungen nun auf die Heimreise und wird am 11. April im Pazifik landen. Jenni Gibbons von der Mission Control auf der Erde erwiderte: «Wir sind auf der Erde und bereit, Sie nach Hause zu bringen.»
Frisch rasiert
Für den besonderen Moment hatten sich die Astronauten herausgeputzt. So rasierte sich Jeremy Hansen am fünften Tag seiner Reise. Was gar nicht so einfach ist. Weil wegen der Schwerelosigkeit die vielen Härchen herumwirbeln würden, müssen die Astronauten dazu einen Staubsauger verwenden.
Zudem gab es kurz vor dem Vorbeiflug ein Festessen. Wer nicht gerade am Fenster sass, stärkte sich. Auf der Speisekarte standen am Montag Rindfleisch-Ravioli, Lachs, Butternusskürbis, Thunfisch-Nudelauflauf, Tomaten, Artischocken, Broccoli, Grünkohl, eingelegte Randen, Kirsch-Heidelbeer-Auflauf oder ein Schokoladen-Erdnussbutter-Riegel.
Rekord gebrochen
Schon am Montag um 19.47 Uhr Schweizer Zeit hatten die Astronauten Geschichte geschrieben. Noch nie waren Menschen so weit von der Erde entfernt. Damit haben sie den Rekord der Apollo 13 von 1970 gebrochen, die 400’171 Kilometer von der Erde entfernt war.
Seit die Astronauten am 1. April in Florida zu ihrem zehntägigen Abenteuer aufgebrochen sind, läuft alles wie am Schnürchen. Das heisst, fast alles. Vorübergehend konnte die Bordtoilette nicht benützt werden. Stattdessen musste die Besatzung faltbare Notfallurinale verwenden. Schon zu Beginn der Mission hatte es wegen einer Blockierung Probleme gegeben.