Darum gehts
- Amanda O. (37) gab sich 14 Monate als 12-Jährige in Brasilien aus
- Täuschte Autismus vor, nutzte Schnuller und Flasche für Glaubwürdigkeit
- Wurde am 2. Juni 2026 verhaftet, gestand und sitzt in Haft
Eben feierte sie noch ihren angeblichen Kindergeburtstag, im nächsten Moment klickten die Handschellen. Ganze 14 Monate lang gab sich Amanda O.* (37) als zwölfjähriges Mädchen aus. So erschlich sie sich ein Leben als Pflegetochter bei einer gutgläubigen Familie.
Wie der regionale Nachrichtensender G1 berichtete, erfolgte die Festnahme mitten im Haus der Betroffenen. Unterdessen hat Amanda O. den Betrug vollständig gestanden.
Der Pastor vermittelte sie an ihre Opfer
Kennengelernt hatte sie die Familie über die Kirche. Dort gab sich die Betrügerin als die kleine Gabriele aus und bat den Pastor um finanzielle Hilfe. Dieser vermittelte ihr daraufhin sogar die Unterkunft bei der Pflegefamilie. Um glaubhaft zu wirken, liess sich Amanda O. eine tragische Geschichte einfallen. Weil ihr leiblicher Vater sie angeblich misshandelte, sei sie von zu Hause davongelaufen.
Damit sich keiner darüber wunderte, weshalb Gabriele für ihr Alter so erwachsen aussah, erfand sie medizinische Probleme. Unter anderem täuschte die Betrügerin Autismus und Panikattacken vor. Um kindlich zu wirken, bestand sie zudem auf Schnuller und Babyflasche vor dem Einschlafen.
Sie gab sich schon mehrfach als Kind aus
Doch trotz der ganzen Show glaubten ihr nicht alle. Eine Tante schöpfte Verdacht und suchte nach ähnlichen Fällen in der Region. Als sie fündig wurde, informierte sie den Pflegevater. Infolge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass Amanda O. sich bereits in mehreren Bundesstaaten als Minderjährige ausgegeben hatte.
Der Fall zeigt: Beim Abzocken kennen Hochstaplerinnen und Hochstapler keine Grenzen. Egal ob als falscher Prinz oder todkranke Krebspatientin. Blick zeigt drei weitere schockierende Fälle.
Fake Saudi-Prinz
Im Jahr 2019 sorgte ein Gerichtsurteil aus dem US-Bundesstaat Florida für viel Aufsehen. Anthony G.* gab sich über 30 Jahre lang als saudischer Prinz aus. Unter dem Namen Sultan bin Khalid al-Saud bewegte er seine Opfer dazu, falsche Investitionen zu tätigen. So auch den damals 60 Jahre alten Jean Hürlimann** aus Walchwil ZG. Dieser verlor fast fünf Millionen an den Hochstapler. Saftige Strafe: Das Gericht in Florida verurteilte Anthony G. zu 18 Jahren Haft.
Der lebendige Tote
Im November 2024 wurde der damals 87-jährige Napoleon G.* von einem Gericht im US-Bundesstaat Maine verurteilt. Der Grund: Bereits ab Mitte der 1960er-Jahre legte dieser sich eine zweite Identität zu. Neben einem Reisepass übernahm der Gauner auch die Sozialversicherungsnummer seines Bruders, der schon im Säuglingsalter verstorben war. Ab 1981 bezog er so unter beiden Identitäten Rentenleistungen.
Tiktokerin erfindet Krebsdiagnose
Die amerikanische Influencerin Madison R.* behauptete 2023 in einem Spendenaufruf dreist, dass sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs leidet. Ihr vermeintliches Schicksal berührte ihre Follower so sehr, dass umgerechnet fast 30'000 Franken gespendet wurden. Um besonders glaubhaft zu wirken, trug sie in Videos mehrfach Schläuche am Körper. Die wurden ihr jedoch zum Verhängnis: Eine anonyme Mitarbeiterin aus einem Krebsspital meldete den falschen Einsatz der Geräte an die Polizei und der Betrug flog auf.
* Namen bekannt
** Name geändert