Erst am Mittwoch signalisierte der iranische Justizchef Gholamhossein Mohseni-Ejei raschere Verfahren und Hinrichtungen. «Wenn wir etwas tun wollen, müssen wir es schnell tun», sagte er gemäss Nachrichtenagentur AP im iranischen Staatsfernsehen.
Nun aber wurde zumindest eine geplante Hinrichtung verschoben. Es geht ausgerechnet um den derzeit prominentesten Demonstranten, der von den iranischen Behörden festgenommen worden war: Erfan Soltani. Das bestätigte ein Familienmitglied gemäss AP. Freigelassen worden sei Soltani indes allerdings nicht.
Der 26-jährige Ladenbesitzer hatte mit vielen anderen Menschen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik protestiert. Das Mullah-Regime liess daraufhin Tausende Demonstranten festnehmen.
Mullah-Regime widerspricht plötzlich
US-Präsident Donald Trump (79) sagte zur geplanten Hinrichtung Soltanis: «Wir werden sehr hart reagieren. Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln.» Unklar blieb, welche Schritte die USA im Falle der Hinrichtung einleiten würden.
Nun widerspricht ausgerechnet das Mullah-Regime. Nach Angaben von Aussenminister Abbas Araghtschi plant der Iran keine Hinrichtungen infolge der Massenproteste. Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.
Seit Ende Dezember wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 3428 Demonstranten getötet.