Mordfall in Deutschland – Angeklagte Gina H. erzählte jedem etwas anderes
Als Richter Sprachnachricht an Fabians Vater hört, wird er stutzig

Am 31. Prozesstag im Mordprozess um Fabian wurden dem Gericht in Rostock diverse Telefonate und Sprachnachrichten der Verdächtigen Gina H. vorgelegt. Der Richter horchte bei mehreren Aussagen auf, die sich von späteren Erzählungen unterscheiden.
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Am Montag fand der 31. Prozesstag im Mordprozess um den getöteten deutschen Bub Fabian statt.
Foto: Keystone
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Einmal mehr standen am Montag Telefonate und Nachrichten der Tatverdächtigen Gina H.* (30) im Mittelpunkt der Beweisaufnahme. Diese entstanden in den Wochen, nachdem die Verdächtige den Fund des Jungen am 14. Oktober 2025 der Polizei gemeldet hatte. Insbesondere drei Gesprächsthemen wiederholten sich und sorgten vor Gericht teils für Aufsehen.

Mit der geplanten Anhörung eines psychiatrischen Gutachters am Donnerstag soll die Beweisführung laut «RTL» abgeschlossen sein. Die Urteilsverkündung sei bereits auf den 10. November angesetzt, so der zuständige Richter. Die wichtigsten Aussagen vom Montag:

Wer war dabei?

Wie «Bild» berichtet, wurden mehrere Telefonate zwischen Gina H. und ihrem Nachbarn Olaf K.* abgehört. Darin ging es oftmals darum, wer bei dem Leichenfund dabei gewesen sein soll. Wie sich zeigte, teilte Gina H. ihrem Nachbarn mit, dass der Vater von Fabian durch die Polizei über sein angebliches Beisein informiert wurde. Jedoch hatte Gina H. Matthias R.* selbst davon erzählt. Auch über die angebliche Anwesenheit von Heike M.* traf sie unterschiedliche Aussagen gegenüber ihrem Nachbarn und Fabians Vater.

Wann erzählte sie dem Vater die «ganze Wahrheit»?

Was Gina H. dem Vater alles über den Fund erzählte, wurde in mehreren Gesprächen thematisiert. In einer Sprachnachricht an einen Bekannten behauptete sie, Matthias R. «die ganze wahre Geschichte» zum Fund erzählt zu haben. Laut «Bild» wurde der Richter daraufhin stutzig. Denn nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahmen war Matthias R. damals nicht vollständig über die Umstände des Leichenfundes informiert.

Widersprüche bei Alibi und Ortskenntnissen

Bei einem Telefonat vom 20. Oktober wurde Gina H. von einem Freund direkt gefragt, ob sie über ein Alibi verfüge. Gina H. gab an, dass sie am Vormittag die Pferde versorgt habe. Ihre spätere Darstellung, sie sei nach Güstrow gefahren, um ein Bankgeschäft für ihre Grossmutter zu erledigen, erwähnte sie nicht. Eine weitere Auffälligkeit betrifft die Ortskenntnisse von Gina H., die sie vor Gericht unterschiedlich angab. In einem Telefonat am 29. Oktober sagte sie, dass es kein grosser Zufall war, dass sie Fabian fand: «Weil ich da oft bin und früher oft war.»

*Namen bekannt

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